Glossar

Die Welt der Automatisierung ist komplex, die Begriffe und Dienstleistungen weit gefächert. Unsere Lösungen sollen es nicht sein – deshalb erklären wir hier Terminologien und Begriffe in verständlichen Worten. Wir verzichten auf unnötigen Fachjargon, um Barrieren abzubauen und eine klare Basis für die gemeinsame Zusammenarbeit an Ihren technischen Herausforderungen zu schaffen.

Active Directory (AD) ist ein Verzeichnisdienst von Microsoft, der in Windows-Netzwerken zur zentralen Verwaltung von Benutzern, Computern, Gruppen und Zugriffsrechten eingesetzt wird. Er basiert auf dem LDAP-Protokoll und ermöglicht Single Sign-On (SSO) – Mitarbeiter authentifizieren sich einmal und erhalten Zugang zu allen freigegebenen Ressourcen.


In der Industrieautomatisierung gewinnt Active Directory zunehmend an Bedeutung, da OT-Netzwerke (Operational Technology) mit IT-Infrastrukturen konvergieren. Steuerungssysteme, SCADA-Anwendungen und MES-Systeme können über AD-Integration in einheitliche Sicherheits- und Zugriffskonzepte eingebunden werden.


Bei der cts Group wird Active Directory in der Industrieinformatik eingesetzt, um Benutzerzugriffe auf Prozessleitsysteme, Historian-Datenbanken und Engineering-Tools zentral zu verwalten – ein wesentlicher Baustein für Cybersecurity und Compliance in der Industrie 4.0.


Siehe auch:  Backend-Architektur, Asset Management, Audit Trail


Advanced Analytics bezeichnet den Einsatz moderner Analyse- und Auswertungsverfahren – darunter maschinelles Lernen, statistische Modellierung, Predictive Analytics und KI-Algorithmen – zur Gewinnung tieferer Erkenntnisse aus industriellen Prozess- und Maschinendaten.


Während klassische Analyse historische Daten beschreibt (Was ist passiert?), erlaubt Advanced Analytics prädiktive Aussagen (Was wird passieren?) und präskriptive Empfehlungen (Was soll getan werden?). Typische Anwendungen in der Industrie sind: vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance), Qualitätsprognosen, Energieoptimierung und Prozessoptimierung.


Die cts Group integriert Advanced-Analytics-Lösungen in ihre Industrieinformatik-Plattformen – auf Basis von Datenquellen wie Aveva PI, Aspentech Inmation oder eigenen Big-Data-Architekturen – und schafft damit die Grundlage für datengetriebene Entscheidungen in der Produktion.


Siehe auch:  Big Data, Asset Management, Aveva PI, Aspentech Inmation, APC (Advanced Process Control)


Agile Projektierung bezeichnet die Anwendung agiler Methoden – wie Scrum, Kanban oder SAFe – auf Ingenieur- und Automatisierungsprojekte. Im Gegensatz zur klassischen Wasserfallplanung arbeitet das Team in kurzen Iterationszyklen (Sprints), liefert regelmäßig funktionsfähige Zwischenergebnisse und passt den Projektplan kontinuierlich an neue Erkenntnisse und Kundenwünsche an.


In der Automatisierungstechnik findet agile Projektierung zunehmend Einzug – insbesondere bei Softwareentwicklungsprojekten (SPS-Code, SCADA, MES), bei denen Anforderungen sich im Projektverlauf ändern können. Agile Vorgehensweisen verkürzen Time-to-Market, erhöhen die Kundenzufriedenheit und verbessern die Qualität durch kontinuierliche Review-Zyklen.


Die cts Group kombiniert bewährte Methoden des klassischen Anlagenbaus (z. B. FAT, SAT, Normenkonformität) mit agilen Prinzipien in der Softwareentwicklung – für effiziente, flexible und transparente Projektabwicklung.


Siehe auch:  Factory Acceptance Test (FAT), SAT-Checkliste, Batch-Systeme


Aktorik bezeichnet die Gesamtheit aller Aktoren (Stellglieder) in einem Automatisierungssystem – also aller Komponenten, die elektrische Steuersignale in physikalische Aktionen umwandeln. Typische Aktoren sind: Elektromotoren, Frequenzumrichter, pneumatische und elektrische Ventile, Magnetventile, Stellantriebe und Heizungen.


Aktoren bilden die Schnittstelle zwischen der Steuerungsebene und dem physischen Prozess und sind das Gegenstück zur Sensorik. In der Prozessautomatisierung werden Aktoren über digitale oder analoge Ausgänge der SPS angesteuert und häufig über Feldbusse (Profibus, Profinet, HART) in das Leitsystem integriert.


Bei der cts Group werden Aktoren im Rahmen des EMSR-Engineerings ausgewählt, in EPLAN dokumentiert, verdrahtet und im Zuge der Inbetriebnahme parametriert und getestet – von einfachen Ein-/Aus-Ventilen bis zu komplexen Regelventilen mit Stellungsregler.


Siehe auch:  Analogwertverarbeitung, Binärsteuerung (Ablaufsteuerung), Inbetriebnahme, RIO (Remote I/O)


Alarmmanagement umfasst die systematische Planung, Konfiguration, Überwachung und kontinuierliche Verbesserung des Alarmsystems in Prozessleitsystemen (PLS/DCS). Ziel ist es, Bediener nur mit relevanten, handlungsfähigen Alarmen zu versorgen und Alarm-Flooding – die unkontrollierte Flut von Alarmmeldungen in Störsituationen – zu vermeiden.


Der Branchenstandard EEMUA 191 sowie die ISA-18.2-Norm definieren Best Practices für das Alarmmanagement: von der Alarm-Philosophie über die Priorisierung und Rationalisierung bis zum Performance-Monitoring (Alarme/Stunde, Bad Actors). Ein gut strukturiertes Alarmsystem erhöht die Anlagensicherheit und entlastet das Bedienpersonal.


Die cts Group implementiert Alarmmanagement-Lösungen auf Basis führender Prozessleitsysteme und unterstützt Betreiber bei der Überarbeitung und Optimierung bestehender Alarmsysteme – als Teil des Service & After Sales.


Siehe auch:  Asset Management, Audit Trail, Ausfallsicherheit (Redundanz), Batch-Prozess (Chargenprozess)


Analogwertverarbeitung bezeichnet die Erfassung, Übertragung, Skalierung und Weiterverarbeitung von kontinuierlichen Messsignalen in Automatisierungssystemen. Typische Analogsignale sind Strom- (4-20 mA) oder Spannungssignale (0-10 V), die von Sensoren wie Druckmessumformern, Temperaturmessumformern oder Durchflussmessgeräten erzeugt werden.


Die Analogwertverarbeitung umfasst: Signalerfassung über Analog-Eingabekarten der SPS oder Remote I/O, Skalierung auf physikalische Einheiten (z. B. 4-20 mA auf 0-400 bar), Filterung, Grenzwertüberwachung sowie Weiterleitung an Regelkreise oder Leitsysteme. Präzise Analogwertverarbeitung ist Grundlage für stabile Regelungen und zuverlässiges Prozessmonitoring.


Bei der cts Group wird die Analogwertverarbeitung im Rahmen des EMSR-Engineerings projektiert, in EPLAN dokumentiert und im Zuge der Inbetriebnahme sorgfältig kalibriert und verifiziert.


Siehe auch:  Aktorik, RIO (Remote I/O), Inbetriebnahme, EPLAN


Anlagenmodernisierung – häufig als Retrofit bezeichnet – ist die gezielte Erneuerung oder Aufrüstung bestehender Produktionsanlagen, ohne diese vollständig zu ersetzen. Ziel ist es, veraltete Steuerungstechnik, Feldgeräte oder Infrastruktur auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen und gleichzeitig Ausfallzeiten und Investitionskosten zu minimieren.


Typische Retrofit-Maßnahmen umfassen: den Austausch veralteter SPS-Systeme gegen moderne Systeme (z. B. Siemens S5 auf S7 auf TIA Portal), die Erneuerung von Schaltschränken und Schaltanlagen, die Migration von proprietären Feldbus-Systemen auf Profinet/Industrial Ethernet sowie die Integration von Remote-Monitoring-Funktionen.


Die cts Group ist auf Brownfield-Modernisierungen spezialisiert und begleitet Kunden von der Bestandsaufnahme über die Engineering-Phase bis zur Inbetriebnahme – mit besonderem Fokus auf minimale Produktionsunterbrechung und normkonforme Ausführung (DIN EN 61439, DIN EN 60204-1).


Siehe auch:  Brownfield Transformation, Schaltanlage, Schaltschrank, Inbetriebnahme, DIN EN 61439


Anlagenqualifizierung ist ein dokumentierter Nachweis, dass eine Produktionsanlage oder ein Automatisierungssystem den vorgesehenen Anforderungen entspricht und reproduzierbar korrekt funktioniert. Sie ist besonders in regulierten Branchen wie der Pharma-, Biotech- und Lebensmittelindustrie (GMP – Good Manufacturing Practice) vorgeschrieben.


Die Qualifizierung gliedert sich typischerweise in vier Phasen: Designqualifizierung (DQ) – Prüfung des Designs gegen Anforderungen; Installationsqualifizierung (IQ) – Prüfung der korrekten Installation; Betriebsqualifizierung (OQ) – Prüfung der Funktionsfähigkeit; und Leistungsqualifizierung (PQ) – Nachweis der Prozessleistung unter realen Bedingungen.


Die cts Group erstellt Qualifizierungsdokumentation nach GAMP 5 und unterstützt pharmazeutische und lebensmittelverarbeitende Kunden bei der vollständigen Qualifizierung ihrer Automatisierungslösungen – von der DQ bis zur abschließenden PQ.


Siehe auch:  Audit, Audit Trail, Factory Acceptance Test (FAT), SAT-Checkliste, Inbetriebnahme


Advanced Process Control (APC) bezeichnet fortschrittliche Regelungsstrategien, die über klassische PID-Regelungen hinausgehen und mehrere Prozessgrössen gleichzeitig und vorausschauend regeln. Typische APC-Verfahren sind Model Predictive Control (MPC), Fuzzy Logic Control und multivariate statistische Prozesskontrolle (MSPC).


APC-Systeme nutzen mathematische Prozessmodelle, um Stellgrössen so zu berechnen, dass Zielgrößen (Produktqualität, Energieverbrauch, Durchsatz) optimal erfüllt werden – auch bei sich ändernden Randbedingungen und Störgrößen. In der Öl-, Gas-, Chemie- und Raffinerieindustrie werden durch APC typischerweise Energieeinsparungen von 3-8 % und Qualitätsverbesserungen im zweistelligen Prozentbereich erzielt.


Die cts Group integriert APC-Lösungen in bestehende Prozessleitsysteme und verknüpft sie mit Datenplattformen wie Aveva PI oder Aspentech Inmation, um eine durchgängige Optimierungskette vom Sensor bis zur Unternehmensebene zu realisieren.


Siehe auch:  Advanced Analytics, Aveva PI, Aspentech Inmation, Batch-Prozess (Chargenprozess), Automatisierungsgrad


Die Arbeitsfreigabe (auch: Permit-to-Work, PTW) ist ein formales Sicherheitssystem, das sicherstellt, dass gefährliche Arbeiten an Anlagen und Maschinen nur nach einer strukturierten Risikobewertung und unter definierten Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Es regelt, wer eine Arbeit freigeben darf, welche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen und wann die Anlage wieder in Betrieb genommen werden darf.


Typische Arbeitsfreigabeverfahren existieren für: Arbeiten unter Spannung (Elektroarbeiten), Heißarbeiten (Schweißen, Schneiden), Befahren von Behältern (Confined Space Entry) und Arbeiten in EX-Zonen. Die Freigabe umfasst LOTO-Maßnahmen (Lockout-Tagout), Gasmessungen und eine klare Verantwortlichkeitskette.


Bei der cts Group ist die Einhaltung von Arbeitsfreigabeprozessen bei Service- und Inbetriebnahmeeinsätzen beim Kunden ein integraler Bestandteil des Sicherheitsmanagementsystems – insbesondere in der Chemie- und Pharmaindustrie.


Siehe auch:  EX-Zonen, ATEX (Explosionsschutz), Inbetriebnahme, Audit


Aspentech Inmation ist eine industrielle Datenaggregations- und Kontextualisierungsplattform, die Prozessdaten aus heterogenen Quellen – Historians, DCS, ERP, LIMS, Laborsysteme – in einem einheitlichen Datenmodell zusammenführt und für Analytics-Anwendungen bereitstellt.


Ein wesentliches Merkmal von Inmation ist der Information-at-Scale-Ansatz: Die Plattform kann Millionen von Datenpunkten in Echtzeit verarbeiten, historisieren und mit Kontext (Equipment-Hierarchie, Prozessgrenzen, Chargenzuordnungen) anreichern. Dies schafft die Datenbasis für Advanced Analytics, KPI-Reporting und APC-Anwendungen.


Die cts Group setzt Aspentech Inmation als Teil ihrer Industrieinformatik-Lösungen ein – insbesondere dort, wo heterogene Anlagenlandschaften (Brownfield) in eine einheitliche Datenarchitektur überführt werden sollen, ohne bestehende Leitsysteme zu ersetzen.


Siehe auch:  Aveva PI, Advanced Analytics, Big Data, Asset Management, Brownfield Transformation


Asset Management im industriellen Kontext bezeichnet die systematische Verwaltung, Überwachung und Optimierung physischer Anlagegüter (Assets) über deren gesamten Lebenszyklus – von der Beschaffung über den Betrieb bis zur Außerbetriebnahme. Ziel ist es, die Verfügbarkeit zu maximieren, Instandhaltungskosten zu minimieren und die Lebensdauer der Assets zu verlängern.


Digitales Asset Management stützt sich auf Echtzeit-Prozessdaten (z. B. aus Aveva PI), Condition-Monitoring-Systeme, IIoT-Sensoren und CMMS (Computerized Maintenance Management Systems). Auf dieser Basis lassen sich Predictive-Maintenance-Strategien implementieren, die ungeplante Ausfälle reduzieren.


Die cts Group unterstützt Betreiber beim Aufbau digitaler Asset-Management-Systeme – von der Datenerfassung über die Integration in Historian-Systeme bis zur Visualisierung auf Dashboards – als Teil ihres Service-&-After-Sales-Portfolios.


Siehe auch:  Aveva PI, Aspentech Inmation, Advanced Analytics, Betriebsdatenerfassung (BDE), Ausfallsicherheit (Redundanz)


ATEX steht für Appareils destines a etre utilises en ATmospheres EXplosibles und bezeichnet das europäische Regelwerk für Geräte und Schutzsysteme in explosionsgefährdeten Bereichen. Es umfasst zwei EU-Richtlinien: die Geräterichtlinie 2014/34/EU (für Hersteller von Ex-Geräten) und die Betriebsrichtlinie 1999/92/EG (für Betreiber von Anlagen mit Ex-Zonen).


ATEX schreibt vor, wie Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen konstruiert, gekennzeichnet und eingesetzt werden dürfen. Die Zündschutzarten (z. B. Ex-d: druckfeste Kapselung, Ex-e: erhöhte Sicherheit, Ex-i: Eigensicherheit) definieren, wie ein Gerät verhindert, eine zündfähige Atmosphäre zu entzünden. Ergänzend gilt die internationale Normenreihe IEC 60079.


Die cts Group plant, beschafft und installiert ATEX-zertifizierte Automatisierungskomponenten – von Schaltschränken in Ex-e-Bauweise über Remote-I/O-Systeme bis zu Ex-geschützten Instrumenten – für Kunden in der Chemie-, Pharma- und Energiebranche.


Siehe auch:  EX-Zonen, Schaltschrank, MCC (Motor Control Center), RIO (Remote I/O), Arbeitsfreigabe


Ein Audit ist eine systematische, dokumentierte und unabhängige Überprüfung von Prozessen, Produkten oder Systemen anhand definierter Anforderungen oder Normen. Im Kontext der Elektrotechnik und Automatisierung dient das Audit der Qualitätssicherung und der Nachweisführung gegenüber Kunden, Behörden oder Zertifizierungsstellen.


Typische Auditarten im Anlagenbau sind: Herstelleraudits (Lieferantenqualifizierung), Konstruktionsaudits (Design Review), Sicherheitsaudits (funktionale Sicherheit nach IEC 61511) sowie Normkonformitätsprüfungen nach DIN EN 61439 oder DIN EN 60204-1.


Bei der cts Group sind Audits integraler Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems. Sie begleiten den gesamten Projektzyklus – von der Planung über den Schaltschrankbau bis zur Inbetriebnahme.


Siehe auch:  Factory Acceptance Test (FAT), SAT-Checkliste, Inbetriebnahme, DIN EN 61439


Ein Audit Trail (auch: Revisionsprotokoll oder Änderungsprotokoll) ist eine lückenlose, manipulationssichere Aufzeichnung aller relevanten Ereignisse, Änderungen und Zugriffe in einem IT- oder Automatisierungssystem. Er dokumentiert: wer, wann, was geändert hat – und (wo sinnvoll) warum.


Audit Trails sind in regulierten Industrien (Pharma, Lebensmittel, Chemie) durch Richtlinien wie FDA 21 CFR Part 11, EU GMP Annex 11 und GAMP 5 vorgeschrieben. Sie dienen als Nachweis der Datenvollständigkeit und -integrität gegenüber Behörden und Auditoren. Auch in sicherheitsrelevanten Systemen (SIS, PLS) sind Audit Trails integraler Bestandteil der Systemarchitektur.


Bei der cts Group wird Audit-Trail-Funktionalität bei der Implementierung von Prozessleitsystemen, MES-Anwendungen und Historian-Plattformen projektiert und validiert – als Teil der Anlagenqualifizierung und des Compliance-Managements.


Siehe auch:  Anlagenqualifizierung, Audit, Active Directory, Asset Management


Ausfallsicherheit – technisch realisiert durch Redundanz – bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, auch beim Ausfall einzelner Komponenten den Betrieb aufrechtzuerhalten oder geordnet in einen sicheren Zustand zu wechseln. Redundanz kann auf Hardware- (doppelte Netzteile, redundante SPS-CPUs), Software- (Hot Standby, Cluster) oder Netzwerkebene (Ring-Topologie, Dual-Homing) implementiert werden.


In der Prozessautomatisierung sind Redundanzkonzepte fuer kritische Systeme – wie Prozessleitsysteme (PLS/DCS), Sicherheitssteuerungen (SIS) und Kommunikationsnetze – essenziell. Kennzahlen wie MTBF (Mean Time Between Failures) und MTTR (Mean Time to Repair) quantifizieren die erreichte Verfügbarkeit. Hochverfügbare Systeme erreichen Verfügbarkeiten von 99,99 % (4 Nines) und mehr.


Die cts Group konzipiert redundante Steuerungs- und Netzwerkarchitekturen für kritische Produktionsprozesse und berücksichtigt dabei sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Anforderungen der Kunden.


Siehe auch:  Asset Management, Alarmmanagement, Batch-Systeme, APC (Advanced Process Control)


Die Automationspyramide (auch: ISA-95-Hierarchie oder Automatisierungshierarchie) ist ein klassisches Referenzmodell, das die verschiedenen Ebenen eines industriellen Automatisierungssystems strukturiert – von der Feldebene (Sensoren, Aktoren) über die Steuerungsebene (SPS, DCS) und die Prozessleitebene (SCADA, HMI) bis zur Betriebsleitebene (MES) und der Unternehmensebene (ERP, SAP).


Das Modell verdeutlicht die Datenflussprinzipien und Aufgaben jeder Ebene: Unten werden Rohdaten erzeugt, oben werden daraus Geschäftsentscheidungen abgeleitet. Mit dem Aufkommen von IIoT und Cloud-Architekturen wird die strikte Pyramidenstruktur zunehmend durch flachere, serviceorientierte Architekturen ergänzt – die Grundprinzipien bleiben jedoch relevant.


Die cts Group realisiert Projekte auf allen Ebenen der Automationspyramide – von der Feldgeräteintegration über SPS-Programmierung und SCADA-Engineering bis zur MES-Implementierung und ERP-Anbindung.


Siehe auch:  Automatisierungsgrad, Betriebsdatenerfassung (BDE), Backend-Architektur, Batch-Systeme


Der Automatisierungsgrad beschreibt den Anteil automatisch ausgeführter Prozessschritte im Verhältnis zur Gesamtheit aller Schritte in einem Produktions- oder Geschäftsprozess. Er ist eine zentrale Kennzahl zur Bewertung des Digitalisierungs- und Modernisierungsstands einer Anlage oder eines Unternehmens.


Ein niedriger Automatisierungsgrad bedeutet hohen manuellen Aufwand, höhere Fehleranfälligkeit und eingeschränkte Skalierbarkeit. Mit steigendem Automatisierungsgrad nehmen Reproduzierbarkeit, Effizienz und Datenverfügbarkeit zu. Die optimale Höhe des Automatisierungsgrads ist immer prozess- und kostenabängig – nicht jeder Schritt lohnt Automatisierung.


Die cts Group analysiert gemeinsam mit Kunden den Ist-Automatisierungsgrad, identifiziert Potenziale und setzt gezielte Maßnahmen um – von der Einzelkomponenten-Automatisierung bis zur vollständigen Prozessautomatisierung mit Datenanbindung ans MES oder ERP.


Siehe auch:  Automationspyramide, APC (Advanced Process Control), Anlagenmodernisierung (Retrofit), Brownfield Transformation


Aveva PI (früher: OSIsoft PI System) ist eine marktführende Industriedatenplattform zur Erfassung, Speicherung, Verwaltung und Visualisierung von Prozesszeitreihendaten. Das System besteht aus mehreren Komponenten: PI Data Archive (Historisierung), PI Asset Framework (AF) für die Modellierung von Anlagenstrukturen und PI Vision / PI DataLink für die Visualisierung und Auswertung.


Aveva PI ist in der Prozess-, Öl-, Gas-, Energie- und Wasserbranche weit verbreitet und gilt als De-facto-Standard für industrielle Historian-Systeme. Es sammelt Daten aus tausenden von Messpunkten (PI Points), komprimiert diese effizient und stellt sie für Advanced Analytics, Reporting und APC-Applikationen bereit.


Die cts Group installiert, konfiguriert und integriert Aveva PI in Kundenprojekten – von der Anbindung bestehender Leitsysteme über die Modellierung der Anlagenhierarchie im Asset Framework bis zur Erstellung von Dashboards und Berichten für den Produktionsbetrieb.


Siehe auch:  Aspentech Inmation, Advanced Analytics, Asset Management, APC (Advanced Process Control), Big Data


Die Backend-Architektur bezeichnet die serverseitige Schicht eines Software- oder Automatisierungssystems – also alle Komponenten, die im Hintergrund Daten verarbeiten, speichern und bereitstellen, ohne direkte Benutzerinteraktion. In der Industrieinformatik umfasst das Backend typischerweise: Datenbankserver, Historian-Systeme (Aveva PI, Aspentech Inmation), Applikationsserver, API-Schnittstellen und Message Broker (z. B. MQTT, Kafka).


Eine gut konzipierte Backend-Architektur ist skalierbar, hochverfügbar und sicher. Sie trennt Datenhaltung, Geschäftslogik und Präsentation konsequent voneinander (Schichtarchitektur) und ermöglicht die Integration heterogener Datenquellen über standardisierte Schnittstellen (REST API, OPC UA, GraphQL).


Die cts Group entwickelt Backend-Architekturen für industrielle Anwendungen – von einfachen Datenbankanbindungen bis zu komplexen, cloud-fähigen IIoT-Plattformen – als Teil des Industrieinformatik-Portfolios.


Siehe auch:  Active Directory, Aveva PI, Aspentech Inmation, Big Data, Automationspyramide


Ein Batch-Prozess (Chargenprozess) ist eine diskontinuierliche Produktionsform, bei der Rohstoffe in definierten Mengen (Chargen) eingegeben, verarbeitet und als Fertigprodukt ausgetragen werden – im Gegensatz zum Durchlaufprozess (Continuous Process). Typische Branchen sind Pharma, Chemie, Lebensmittel und Biotechnologie.


Batch-Prozesse unterliegen der Norm ISA-88 (IEC 61512), die eine hierarchische Struktur für Rezepte, Equipment Module und Verfahrensstufen definiert. Die Automatisierung von Batch-Prozessen erfordert flexible Steuerungslogiken, die Rezeptabarbeitung, Parameterführung und lückenlose Chargendokumentation (Batch Records) sicherstellen.


Die cts Group realisiert Batch-Automatisierungsprojekte auf Basis führender DCS- und PLS-Systeme – normkonform nach ISA-88, mit vollständiger Chargenrückverfolgung und Audit-Trail-Funktion für regulierte Industrien.


Siehe auch:  Batch-Systeme, Audit Trail, Anlagenqualifizierung, APC (Advanced Process Control)


Batch-Systeme sind spezialisierte Software-Plattformen und Automatisierungslösungen, die die Steuerung, Überwachung und Dokumentation von Batch-Prozessen (Chargenprozessen) nach der ISA-88-Norm (IEC 61512) ermöglichen. Sie verwalten Rezepturen, koordinieren die Abarbeitung von Equipment Phasen und erzeugen vollständige Batch-Records.


Führende Batch-Systeme am Markt sind u. a. Siemens SIMATIC Batch, Emerson DeltaV Batch, Rockwell FactoryTalk Batch und ABB IndustrialIT. Sie sind typischerweise in das übergeordnete Prozessleitsystem (DCS) integriert und kommunizieren bidirektional mit MES-Systemen für Produktionsplanung und Qualitätsmanagement.


Bei der cts Group werden Batch-Systeme projektiert, implementiert und validiert – einschließlich der Erstellung der gesamten Qualifizierungsdokumentation (IQ, OQ, PQ) für pharmazeutische und lebensmitteltechnische Kunden.


Siehe auch:  Batch-Prozess (Chargenprozess), Anlagenqualifizierung, Audit Trail, Agile Projektierung


Eine Berstscheibe ist ein Sicherheitsbauteil, das druckführende Anlagen und Behälter bei Überdruck vor Beschädigung oder Explosion schützt, indem sie bei Erreichen eines definierten Drucks gezielt bersten und so den Druck schlagartig abbaut. Die Berstscheiben-Überwachung bezeichnet die automatisierte Erkennung und Signalisierung des Berstens – typischerweise über elektrische Überwachungssysteme (Reissdrähte, Mikroschalter, Druckdifferenzmessung).


Das Berstscheiben-Überwachungssystem meldet das Bersten unverzüglich an das Prozessleitsystem, löst Alarmierungen aus und kann automatisch Folgereaktionen (Ventilschaltungen, Abschaltsequenzen) initiieren. Die Überwachung ist in vielen Branchen (Chemie, Pharma, Öl & Gas) behördlich vorgeschrieben.


Die cts Group integriert Berstscheiben-Überwachungssysteme in Prozessautomatisierungsprojekte – von der Instrumentierung über die SPS-/PLS-seitige Verarbeitung bis zur Alarmierungskonfiguration – und stellt die normkonforme Dokumentation sicher.


Siehe auch:  Alarmmanagement, ATEX (Explosionsschutz), EX-Zonen, Analogwertverarbeitung


Betriebsdatenerfassung (BDE) bezeichnet die systematische Erfassung, Speicherung und Auswertung von Produktions- und Maschinendaten in Echtzeit. Typische BDE-Daten umfassen: Maschinenlaufzeiten, Stillstandszeiten und deren Ursachen, Stückzahlen, Ausschussmengen, Energieverbrauch und Personaleinsatz. BDE ist die Basis für ÖE-Berechnungen (Overall Equipment Effectiveness) und Produktionsoptimierung.


Moderne BDE-Systeme erfassen Daten direkt aus Maschinen (via OPC UA, Profinet, digitale I/O), aus Handscannern oder über manuelle Eingaben an HMI-Terminals. Die Daten werden in MES-Systemen oder Historian-Plattformen gespeichert und für Reports, Dashboards und Advanced-Analytics-Anwendungen aufbereitet.


Die cts Group implementiert BDE-Lösungen als Teil ihrer Industrieinformatik-Plattform – von der Maschinendatenanbindung über die Datenmodellierung bis zur Visualisierung auf Werks- und Unternehmensebene.


Siehe auch:  Asset Management, Automationspyramide, Advanced Analytics, Aveva PI, Batch-Systeme


Die Betriebsmittelkennzeichnung (BMK) ist ein eindeutiges alphanumerisches Kennzeichen, das jedem elektrischen Betriebsmittel (Schalter, Klemme, Messumformer, Motor, Ventil etc.) in einer Anlage zugeordnet wird. Sie ermöglicht die zweifelsfreie Identifikation und Zuordnung von Geräten in Plänen, Stücklisten, Schaltschränken und im Feld.


Die Systematik der BMK ist in der DIN EN 81346 (Referenzkennzeichensystem für Anlagen) standardisiert. Typisch ist eine hierarchische Struktur aus Funktions- und Ortskennzeichen (z. B. =A1+P01-M001 für Motor 001 in Anlage A1, Ort P01). Eine konsequente BMK-Vergabe ist Voraussetzung für eine effiziente Wartung, Fehlersuche und Dokumentation.


Bei der cts Group wird die BMK im EPLAN-Engineering Projekt übergreifend nach Kundenvorgabe oder DIN EN 81346 vergeben – als Grundlage für den gesamten Projektlebenszyklus von Engineering über Inbetriebnahme bis zum Service.


Siehe auch:  EPLAN, Schaltschrank, Schaltanlage, Inbetriebnahme


Big Data bezeichnet die Erfassung, Speicherung und Auswertung von Datenmengen, die mit herkömmlichen Datenbankwerkzeugen nicht mehr effizient verarbeitet werden können. In der Industrie entstehen Big Data durch IIoT-Sensoren, Maschinendaten, Prozess-Historian-Systeme und Qualitätsdaten – charakterisiert durch die drei V: Volume (Datenmenge), Velocity (Datengeschwindigkeit) und Variety (Datenvielfalt).


Industrielle Big-Data-Architekturen setzen auf Data Lakes, Time-Series-Datenbanken (wie InfluxDB oder Aveva PI), Streaming-Plattformen (Apache Kafka) und Analyse-Frameworks (Spark, Python-basierte ML-Pipelines). Sie schaffen die Datengrundlage für Advanced Analytics, Predictive Maintenance und KI-Anwendungen.


Die cts Group berät und unterstützt Industriekunden beim Aufbau von Big-Data-Infrastrukturen – von der Datenerfassungsschicht über die Speicherarchitektur bis zur Analyse- und Visualisierungsebene – als Teil der digitalen Transformation.


Siehe auch:  Advanced Analytics, Aveva PI, Aspentech Inmation, Backend-Architektur, Asset Management


Eine Binärsteuerung – auch Ablaufsteuerung oder Schaltsteuerung genannt – ist ein Automatisierungssystem, das auf binären (digitalen) Ein- und Ausgangssignalen basiert und Prozessabläufe in definierten Schritten und Transitionen steuert. Im Gegensatz zur Regelung gibt es keinen kontinuierlichen Regelkreis, sondern eine zustandsbasierte Ablauflogik.


In der SPS-Programmierung nach IEC 61131-3 werden Ablaufsteuerungen typischerweise in Sequential Function Chart (SFC, Ablaufsprache) oder Funktionsbaustein-Sprache (FBD) implementiert. Typische Anwendungen sind: Förderanlagen, Abfüllanlagen, Batch-Prozesse und Reinigungszyklen (CIP/SIP).


Bei der cts Group werden Ablaufsteuerungen im Rahmen der Prozess- und Fertigungsautomatisierung entwickelt, auf Testsystemen verifiziert und im Zuge der Inbetriebnahme gemeinsam mit dem Kunden abgenommen.


Siehe auch:  Aktorik, Batch-Prozess (Chargenprozess), Inbetriebnahme, Automatisierungsgrad


Blitzschutz und Potenzialausgleich sind elektrische Schutzmaßnahmen, die Personen, Gebäude und Anlagen vor den Auswirkungen von Blitzeinschlägen und elektrischen Potenzialunterschieden schützen. Der äußere Blitzschutz (Fangeinrichtung, Ableitungen, Erder) leitet Blitzstöme gefahrlos in die Erde. Der innere Blitzschutz (Überspannungsschutz, SPD – Surge Protective Devices) schützt elektrische Anlagen vor Überspannungen.


Der Potenzialausgleich verbindet alle leitfähigen Teile einer Anlage auf dasselbe elektrische Potenzial, um gefährliche Spannungsunterschiede zu verhindern. Er ist nach DIN VDE 0100-540 vorgeschrieben und in Industrie- und Ex-Zone-Anlagen besonders kritisch. Überspannungsschutzgeräte werden nach EN 61643-11 (Typ 1/2/3) klassifiziert.


Bei der cts Group wird Blitzschutz und Potenzialausgleich im Rahmen des Schaltschrankbaus und der Anlagenplanung berücksichtigt – von der Zonenplanung nach IEC 62305 über die Auswahl geeigneter SPDs bis zur Prüfung im FAT.


Siehe auch:  Schaltanlage, Schaltschrank, VDE, DIN EN 61439, EX-Zonen


Brownfield Transformation bezeichnet die digitale und technische Modernisierung bestehender (in Betrieb befindlicher) Produktionsanlagen, ohne diese vollständig neu zu errichten. Im Gegensatz zu Greenfield-Projekten (Neuanlagen auf der grünen Wiese) müssen bei Brownfield-Projekten bestehende Systeme, Schnittstellen und Produktionsanforderungen berücksichtigt werden.


Typische Brownfield-Massnahmen sind: die Nachrüstung von IIoT-Sensoren und Edge-Devices zur Datenerfassung, die Migration veralteter Steuerungssysteme (Retrofit), die Integration von Legacy-Daten in moderne Historian- oder MES-Systeme sowie die schrittweise Einführung von Advanced Analytics ohne Produktionsunterbrechung.


Die cts Group ist auf Brownfield Transformationen spezialisiert – von der Analyse des Bestands über das Engineering bis zur Inbetriebnahme. Mit dem Ansatz Modernisierung ohne Produktionsstillstand minimiert cts die Risiken für den laufenden Betrieb und maximiert den ROI der Investition.


Siehe auch:  Anlagenmodernisierung (Retrofit), Aspentech Inmation, Aveva PI, Automatisierungsgrad, Big Data


C# (ausgesprochen: C-Sharp) ist eine objektorientierte, typsichere Programmiersprache, die von Microsoft im Rahmen der .NET-Plattform entwickelt wurde. Sie vereint die Stärken von C++ und Java und ist heute eine der meistgenutzten Sprachen in der Unternehmens- und Industriesoftwareentwicklung.


In der Industrieautomatisierung und Industrieinformatik wird C# für die Entwicklung von: HMI-/SCADA-Applikationen (z. B. WPF, WinForms), Backend-Services und APIs (ASP.NET Core), Datenbankanbindungen (Entity Framework), OPC-UA-Clients/-Servern und Desktop-Konfigurations-Tools eingesetzt. C# ist auch die Basis für Siemens TIA Add-Ins und verschiedene Engineering-Framework-Erweiterungen.


Bei der cts Group nutzt das Industrieinformatik-Team C# für die Entwicklung kundenspezifischer Softwarelösungen – von Datenbankapplikationen über OPC-UA-Schnittstellenentwicklung bis zu maßgeschneiderten SCADA-Erweiterungen.


Siehe auch:  Backend-Architektur, Active Directory, Aveva PI, Aspentech Inmation


C++ ist eine leistungsstarke, systemnahe Programmiersprache, die in der industriellen Automatisierung vor allem für zeitkritische Echtzeit-Anwendungen, Embedded-Systeme, Steuerungssoftware und Treiber eingesetzt wird. Sie verbindet die Effizienz von C mit objektorientierten Konzepten und ermöglicht eine direkte Hardwaresteuerung.


In der Automatisierungstechnik kommt C++ typischerweise bei der Entwicklung von SPS-Laufzeitumgebungen, Motion-Control-Algorithmen, Bildverarbeitungssystemen sowie bei performanzkritischen OPC-UA-Servern und Daten-Middleware-Komponenten zum Einsatz. Viele Leitsystem-Hersteller setzen intern auf C++ für ihre Plattformen.


Die cts Group setzt C++ im Bereich der Industrieinformatik und Sondermaschinenbau-Projekte ein – dort, wo Echtzeitfähigkeit, geringe Latenz und direkte Systemintegration gegenüber komfortableren Hochsprachen wie C# oder Python den Ausschlag geben.


Siehe auch:  C# (C-Sharp), Backend-Architektur, Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), Framework


Capsule-Integration bezeichnet einen Architekturansatz in der Automatisierung und Digitalisierung, bei dem Softwarefunktionen als eigenständige, gekapselte Einheiten (Capsules oder Module) bereitgestellt werden, die über standardisierte Schnittstellen kommunizieren. Das Konzept ist eng verwandt mit Microservices-Architekturen und dem MTP-Standard (Module Type Package).


Durch die Kapselung können einzelne Funktionsmodule – z. B. ein Regelkreis, eine Rezeptverwaltung oder ein Diagnoseservice – unabhängig entwickelt, getestet, aktualisiert und in verschiedene übergeordnete Systeme integriert werden. Dies erhöht Wiederverwendbarkeit, Flexibilität und Wartbarkeit von Automatisierungssoftware.


Die cts Group verfolgt modulare Integrationsansätze in der Prozessautomatisierung und Industrieinformatik – als Grundlage für skalierbare, zukunftssichere Systemarchitekturen in komplexen Industrieumgebungen.


Siehe auch:  MTP (Module Type Package), Framework, Schnittstellen-Management, Horizontale Integration, Vertikale Integration


Change Control – auf Deutsch: Änderungsmanagement – bezeichnet den strukturierten Prozess zur Bewertung, Genehmigung, Dokumentation und Nachverfolgung von Änderungen an Systemen, Prozessen, Anlagen oder Software. Es stellt sicher, dass jede Änderung kontrolliert eingeführt wird und keine unbeabsichtigten negativen Auswirkungen auf Qualität, Sicherheit oder Compliance hat.


In regulierten Industrien (Pharma, Lebensmittel, Medizintechnik) ist Change Control nach GMP (Good Manufacturing Practice) und GAMP 5 verpflichtend. Es umfasst: Änderungsantrag, Risikobewertung, Freigabe durch Qualitätssicherung, Implementierung, Test/Validierung und abschließende Dokumentation im Audit Trail.


Die cts Group integriert Change-Control-Prozesse in alle Projekte in regulierten Umgebungen – von der Softwareänderung an Batch-Systemen über Hardware-Modifikationen bis zur Aktualisierung von Validierungsdokumentationen.


Siehe auch:  Audit Trail, GMP (Good Manufacturing Practice), Validierung, Anlagenqualifizierung, Governance & Compliance


Eine Charge (englisch: Batch) bezeichnet in der Produktionstechnik eine definierte Menge eines Produkts, die in einem abgegrenzten Produktionszyklus unter gleichen Bedingungen hergestellt wird. Die Charge ist die kleinste rückverfolgbare Produktionseinheit und bildet die Grundlage für Qualitätskontrolle, Rückverfolgbarkeit und Chargenprotokollierung.


In der pharmazeutischen und lebensmittelverarbeitenden Industrie ist die lückenlose Chargenprotokollierung gesetzlich vorgeschrieben. Jede Charge wird mit einer eindeutigen Chargennummer versehen, die Rohstoffe, Produktionsparameter, Prüfergebnisse und Abfüll-/Verpackungsdaten verknüpft – als Grundlage für Rückrufaktionen und Behördeninspektionen.


Die cts Group implementiert Batch-Steuerungssysteme nach ISA-88, die eine automatisierte, GMP-konforme Chargenprotokollierung (Electronic Batch Record) gewährleisten – verknüpft mit Audit Trail, MES und ERP.


Siehe auch:  Batch-Prozess (Chargenprozess), Batch-Systeme, GMP (Good Manufacturing Practice), Audit Trail, Tracking & Tracing


CIP (Cleaning-in-Place) bezeichnet ein automatisiertes Reinigungsverfahren für Produktionsanlagen in der Lebensmittel-, Getränke-, Pharma- und Biotechindustrie, bei dem Behälter, Rohrleitungen und Apparate ohne Demontage durch Spülen mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln gereinigt werden. CIP gewährleistet reproduzierbare Reinigungsergebnisse bei minimalem Personalaufwand.


Ein CIP-Zyklus besteht typischerweise aus: Vorspülen (Wasser), Lauge-Reinigung (NaOH), Zwischenspülung, Säure-Reinigung (HNO3 oder Phosphorsäure), Nachspülung und ggf. Dampfsterilisation (SIP – Sterilization-in-Place). Die Steuerung erfolgt über eine Ablaufsteuerung nach ISA-88, die Reinigungsparameter (Temperatur, Konzentration, Zeit, Durchfluss) überwacht und protokolliert.


Die cts Group realisiert CIP-Steuerungslösungen für die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie – von der Rezeptentwicklung und Prozessautomatisierung bis zur GMP-konformen Validierung und Chargenprotokollierung.


Siehe auch:  Batch-Prozess (Chargenprozess), GMP (Good Manufacturing Practice), Validierung, Anlagenqualifizierung, Binärsteuerung (Ablaufsteuerung)


Cloud Computing bezeichnet die Bereitstellung von IT-Ressourcen – Rechenleistung, Datenspeicher, Datenbanken, Netzwerke und Softwareservices – über das Internet auf Abruf und nach Bedarf (On-Demand), ohne eigene physische Infrastruktur betreiben zu müssen. Führende Anbieter sind Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud Platform.


In der Industrie wird Cloud Computing für die skalierbare Speicherung und Analyse von Produktionsdaten (z. B. aus Historian-Systemen wie Aveva PI), für KI/ML-Modelltraining, Remote-Monitoring und für SaaS-basierte MES- und ERP-Lösungen genutzt. Die Hauptherausforderung liegt in der sicheren OT/IT-Integration: Produktionsdaten müssen zuverlässig aus dem Shopfloor in die Cloud übertragen werden, ohne Sicherheits- und Latenzanforderungen zu verletzen.


Die cts Group begleitet Industrieunternehmen bei Cloud-Strategien für ihre Produktionsumgebungen – von der Architekturplanung über Edge-Computing-Konzepte bis zur sicheren Datenübertragung und Cloud-Integration.


Siehe auch:  Edge Computing, IIoT, Backend-Architektur, Industrie 4.0, On-premise


Computer-System-Validierung (CSV) bezeichnet den dokumentierten Nachweis, dass ein computergestütztes System in regulierten Industrien (Pharma, Medizintechnik, Lebensmittel) seine vorgesehene Funktion konsistent und regelkonform erfüllt. Sie ist in der Pharmaindustrie nach GMP (EU Annex 11, FDA 21 CFR Part 11) und dem GAMP-5-Leitfaden verpflichtend.


Die CSV folgt einem Lebenszyklus-Ansatz: Anforderungsspezifikation (URS), Risikoanalyse, Design Qualification (DQ), Installation Qualification (IQ), Operational Qualification (OQ), Performance Qualification (PQ) sowie Change Control und regelmäßige Reviews. Sie gilt für SCADA, DCS, MES, LIMS und andere GMP-relevante Softwaresysteme.


Die cts Group unterstützt Pharmaunternehmen und andere regulierte Branchen bei der vollständigen Computer-System-Validierung – von der Erstellung der Validierungsdokumentation bis zur Durchführung von Qualifizierungstests und Behördeninspektionsvorbereitung.


Siehe auch:  GMP (Good Manufacturing Practice), GxP, Validierung, Audit Trail, Anlagenqualifizierung


Ein Controller ist im industriellen Kontext ein programmierbares Steuergerät, das Eingangssignale von Sensoren und Feldinstrumenten verarbeitet und auf Basis einer hinterlegten Steuerungslogik Ausgangssignale an Aktoren ausgibt. Der gebräuchlichste Typ ist die Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS, englisch: PLC – Programmable Logic Controller).


Moderne industrielle Controller reichen von kompakten Micro-SPSen für einfache Maschinen bis zu leistungsfähigen Prozessleitsystem-Controllern (DCS-Controller) für großtechnische Anlagen. Sie werden nach IEC 61131-3 in Sprachen wie Kontaktplan (KOP), Funktionsbausteinsprache (FBS), Strukturierter Text (ST) oder Ablaufsprache (AS/SFC) programmiert.


Die cts Group plant, programmiert und inbetriebnimmt Controller aller führenden Hersteller – darunter Siemens SIMATIC, Rockwell Allen-Bradley, Emerson DeltaV, ABB und Beckhoff – im Rahmen von EMSR-, Prozessautomatisierungs- und Sondermaschinenbau-Projekten.


Siehe auch:  Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), SIMATIC, Automationspyramide, EMSR-Technik, Feldebene


Die CSA (Canadian Standards Association) ist eine kanadische Normungsorganisation, die ähnlich wie UL in den USA Produkte auf Sicherheit und Normkonformität prüft und zertifiziert. Das CSA-Zertifikat ist in Kanada Pflicht für elektrische Betriebsmittel, die in geregelten Bereichen eingesetzt werden, und wird häufig zusammen mit UL für den gesamten nordamerikanischen Markt beantragt.


Für Schaltanlagen und Industriesteuerungen ist die CSA-Zertifizierung nach den entsprechenden C22.2-Standards (z. B. C22.2 No. 286 für industrielle Steuerungstafeln) erforderlich. Viele UL-Prüflabore bieten kombinierte UL/CSA-Zertifizierungen an, die beide Märkte abdecken.


Die cts Group unterstützt Kunden beim Export ihrer Anlagen nach Nordamerika mit entsprechend zertifizierten Schaltschränken und Steuerungssystemen.


Siehe auch:  UL, EAC, Schaltschrank, IEC 61439


Ein Data Hub ist eine zentrale Datenintegrationsplattform, die Daten aus verschiedenen Quellsystemen (SPS, DCS, SCADA, MES, ERP, Laborsysteme) zusammenführt, harmonisiert und für nachgelagerte Applikationen (Analytics, Dashboards, KI-Modelle) bereitstellt. Er fungiert als neutrales Datendrehkreuz und entkoppelt Datenerzeuger von Datenverbrauchern.


Im Unterschied zu einem klassischen Data Warehouse ist ein industrieller Data Hub primär auf Echtzeitdaten und Zeitreihendaten ausgelegt und unterstützt sowohl Push- als auch Pull-Mechanismen über Protokolle wie OPC UA, MQTT, REST-API oder Kafka. Er ist ein zentrales Element moderner Industrial-Data-Fabric- und Unified-Namespace-Architekturen.


Die cts Group konzipiert und implementiert Data Hubs als Teil von Digitalisierungs- und Industrie-4.0-Projekten – als skalierbare Datengrundlage für Advanced Analytics, KPI-Dashboards und unternehmensweite Datentransparenz.


Siehe auch:  Unified Namespace (UNS), Industrial Data Fabric (IDF), MQTT, OPC UA, Datenkonsolidierung

Daten-Aggregation bezeichnet die Zusammenfassung und Verdichtung großer Mengen von Einzelwerten (z. B. Messwerte im Sekundentakt) zu aussagekräftigeren Kennzahlen über definierte Zeiträume – etwa Minuten-, Stunden- oder Schichtmittelwerte, Maxima, Minima oder Summen. Sie reduziert Datenmenge, erhöht Übersichtlichkeit und ermöglicht Trendanalysen.


In industriellen Historian-Systemen (Aveva PI, Aspentech Inmation, IP.21) ist Daten-Aggregation eine Kernfunktion: Rohdaten werden mit konfigurierbaren Kompressionsalgorithmen gespeichert und auf Anfrage in aggregierter Form ausgegeben. Auch in ETL-Tools und Analytics-Plattformen ist Aggregation ein wesentlicher Verarbeitungsschritt.


Die cts Group setzt Daten-Aggregationsstrategien bei der Konfiguration von Historian-Systemen und der Entwicklung von KPI-Dashboards und Reporting-Lösungen ein – mit dem Ziel, aus rohen Prozessdaten handlungsrelevante Informationen zu erzeugen.


Siehe auch:  Historisierung, Aveva PI, ETL-Tools, KPI-Dashboard, Datenkonsolidierung


Daten-Normalisierung bezeichnet im industriellen Kontext die Überführung von Daten aus verschiedenen Quellsystemen mit unterschiedlichen Formaten, Einheiten, Namenskonventionen und Auflösungen in ein einheitliches, konsistentes Datenmodell. Sie ist Voraussetzung für sinnvolle anlagenübergreifende Vergleiche, Analytics und Machine-Learning-Anwendungen.


Typische Normalisierungsschritte sind: Einheitenumrechnung (z. B. °F in °C, PSI in bar), Zeitstempel-Synchronisation, Tag-Name-Harmonisierung, Behandlung fehlender Werte sowie die Abbildung auf ein gemeinsames Asset-Framework-Modell. In SQL- und NoSQL-Datenbanken hat Normalisierung zudem eine spezifische Bedeutung im Sinne der Datenbankstrukturierung.


Die cts Group berücksichtigt Daten-Normalisierung bei der Implementierung von Historian-Systemen, Data Hubs und Industrial-Data-Fabric-Architekturen – als unverzichtbaren Schritt für die Datenqualität in Digitalisierungsprojekten.


Siehe auch:  Datenkonsolidierung, ETL-Tools, Industrial Data Fabric (IDF), NoSQL-Datenbanken, SQL-Datenbanken


Datenkonsolidierung bezeichnet den Prozess der Zusammenführung von Daten aus mehreren, oft heterogenen Quellsystemen in einen zentralen Datenspeicher oder eine einheitliche Datensicht. Ziel ist eine konsistente, vollständige und widerspruchsfreie Datenbasis als Grundlage für Reporting, Analytics und Entscheidungsprozesse.


In der Prozessindustrie werden typischerweise Daten aus SPS/DCS, Historian, LIMS, MES und ERP-Systemen konsolidiert. Technisch erfolgt dies über ETL-Tools, Middleware-Plattformen, OPC-UA-Aggregationsserver oder moderne Data-Fabric-Architekturen, die eine föderierte Sicht auf verteilte Daten ermöglichen.


Die cts Group implementiert Datenkonsolidierungslösungen als Kernbestandteil von Industrie-4.0- und Digitalisierungsprojekten – von der Quellenanalyse und Schnittstellenplanung über die Implementierung bis zur Qualitätssicherung der konsolidierten Datenbasis.


Siehe auch:  Data Hub, ETL-Tools, Industrial Data Fabric (IDF), Daten-Normalisierung, Unified Namespace (UNS)


Digitale Produktion bezeichnet die durchgängige digitale Vernetzung, Steuerung und Optimierung von Produktionsprozessen – von der Planung und Arbeitsvorbereitung über die Fertigung bis zu Qualitätssicherung und Logistik. Sie verbindet Automatisierungstechnik, Dateninfrastruktur, KI-Anwendungen und MES zu einem integrierten, datengetriebenen Produktionssystem.


Kernelemente der digitalen Produktion sind: Echtzeit-Datentransparenz auf dem Shopfloor, paperless Manufacturing (papierlose Prozesse), digitale Zwillinge zur Simulation und Optimierung, automatisierte Qualitätsprüfung sowie KI-gestützte Predictive Maintenance. Sie ist die operative Umsetzung von Industrie 4.0 auf Fabriksebene.


Die cts Group begleitet Industrieunternehmen auf dem Weg zur digitalen Produktion – als Komplettanbieter von der Automatisierungstechnik über die Dateninfrastruktur bis zu MES- und Analytics-Lösungen.


Siehe auch:  Industrie 4.0, Shopfloor, MES, Paperless Manufacturing, Digitalisierung

Der digitale Schatten (englisch: Digital Shadow) ist eine datengetriebene, passive Abbildung eines physischen Objekts, Prozesses oder Systems in der digitalen Welt. Im Unterschied zum digitalen Zwilling (Digital Twin) ist der digitale Schatten primär ein Abbild des Istzustands – er liest Daten aus, ohne aktiv zurückzusteuern oder Simulationen auszuführen.


In der Prozessindustrie entsteht ein digitaler Schatten durch die Historisierung von Prozessdaten (Temperaturen, Drücke, Durchflüsse, Qualitätswerte) in Historian-Systemen wie Aveva PI. Durch Anreicherung mit Kontextinformationen (Asset Framework, Betriebsmitteldaten) entsteht ein umfassendes Bild des Anlagenzustands über Zeit – Ausgangsbasis für Advanced Analytics und Machine Learning.


Die cts Group baut digitale Schatten als ersten Schritt auf dem Weg zum vollständigen digitalen Zwilling – durch die Implementierung von Historian-Systemen, Asset Frameworks und Echtzeit-Dashboards.


Siehe auch:  Twin Technology (Digital Twin), Aveva PI, Advanced Analytics, Historisierung, Industrie 4.0


Digitalisation of Manufacturing (Digitalisierung der Fertigung) bezeichnet die systematische Einführung digitaler Technologien – IIoT, Cloud, KI, MES, digitale Zwillinge – in industrielle Produktionsumgebungen mit dem Ziel, Effizienz, Flexibilität, Qualität und Transparenz zu steigern. Der Begriff wird international synonym mit Smart Manufacturing und dem deutschen Konzept der Industrie 4.0 verwendet.


Konkrete Maßnahmen der Digitalisation of Manufacturing umfassen: Maschinenanbindung (Brownfield-Retrofitting), Einführung von MES und Paperless Manufacturing, Echtzeit-OEE-Monitoring, Predictive Maintenance, automatisierte Qualitätssicherung und die Integration von Shopfloor-Daten mit ERP-Systemen. International ist das Thema besonders in der Pharmaindustrie, Automobilzulieferung und Prozessindustrie präsent.


Die cts Group positioniert sich als Partner für die Digitalisation of Manufacturing – mit Referenzprojekten in verschiedenen Branchen und einem Leistungsportfolio, das Hardware-Engineering, Softwareentwicklung und Systemintegration umfasst.


Siehe auch:  Industrie 4.0, Digitale Produktion, MES, IIoT, Shopfloor


Digitalisierung bezeichnet im industriellen Kontext die Transformation analoger und manueller Prozesse, Informationsflüsse und Entscheidungsstrukturen hin zu digital gestützten, vernetzten und datengetriebenen Systemen. Sie umfasst technologische Aspekte (Sensorik, IIoT, Cloud, KI) ebenso wie organisatorische Veränderungen in Prozessen und Arbeitsweisen.


In der Produktion bedeutet Digitalisierung: Maschinen und Anlagen generieren Daten, die in Echtzeit erfasst, visualisiert und analysiert werden; manuelle Dokumentation wird durch digitale Systeme (Paperless Manufacturing, digitale Schichtbücher) ersetzt; Entscheidungen werden durch KPI-Dashboards und KI-Anwendungen unterstützt. Digitalisierung ist die Grundlage für Industrie 4.0.


Die cts Group versteht Digitalisierung als ganzheitlichen Prozess und begleitet Industrieunternehmen dabei – von der Strategie und Roadmap über die technische Umsetzung (IIoT, MES, Analytics) bis zum Change Management und der Schulung von Mitarbeitern.


Siehe auch:  Industrie 4.0, IIoT, Digitale Produktion, MES, Advanced Analytics

Die Norm DIN EN 60204-1 (international: IEC 60204-1) definiert die Sicherheitsanforderungen an die elektrische Ausrüstung von Maschinen. Sie gilt für die elektrische, elektronische und programmierbare Steuerungsausrüstung von Maschinen und regelt u. a. Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag, Kurzschluss und Überlast, die Ausführung des Netzanschlusses sowie die Anforderungen an NOT-HALT-Einrichtungen und Sicherheitssteuerkreise.


Die Norm ist für Maschinenbauer und Automatisierer in Europa verpflichtend, da sie als harmonisierte Norm zur Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) gilt und damit direkt mit der CE-Kennzeichnung verknüpft ist.


Bei der cts Group wird DIN EN 60204-1 im Engineering konsequent angewendet – von der Auswahl der Schutzeinrichtungen über die Gestaltung von Steuerstromkreisen bis zur Dokumentation in EPLAN. Die Normkonformität wird im Rahmen des FAT und der Inbetriebnahme verifiziert.


Siehe auch:  DIN EN 61439, VDE, Schaltschrank, Inbetriebnahme, Factory Acceptance Test (FAT)


Die Normenreihe IEC 61439 (international), EN 61439 (europäisch) bzw. DIN EN 61439 (deutsches Pendant) definiert die Anforderungen an Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – also Schaltschränke und Schaltanlagen bis 1.000 V Wechselspannung bzw. 1.500 V Gleichspannung.


Sie regelt Bereiche wie Kurzschlussschutz, Erwärmungsverhalten, Kriech- und Luftstrecken, Schutzart sowie Verifikationsnachweise. Der Hersteller muss nachweisen, dass seine Konstruktion entweder durch Typrüfung oder durch berechnungsbasierte Verifikation den Anforderungen entspricht.


Die Einhaltung dieser Norm ist für den europäischen Markt Pflicht und bildet die Basis für die CE-Konformitätserklärung. Bei der cts Group wird die Normkonformität im Engineering-Prozess sichergestellt und im Rahmen von Audits sowie Factory Acceptance Tests (FAT) dokumentiert.


Siehe auch:  Schaltanlage, Schaltschrank, VDE, Audit, Factory Acceptance Test (FAT)


Das EAC-Zeichen (Eurasian Conformity, russisch: ЕАЭС) ist das Konformitätszeichen für den Eurasischen Wirtschaftsraum (EAWR), dem Belarus, Kasachstan, Kirgisistan, Russland und Armenien angehören. Es ist das Pendant zum europäischen CE-Zeichen und bestätigt, dass ein Produkt die technischen Reglemente des EAWR erfüllt.


Für elektrische Geräte, Schaltanlagen und Maschinen, die in Ländern des EAWR eingesetzt oder verkauft werden sollen, ist die EAC-Zertifizierung gesetzlich vorgeschrieben. Zuständige Stellen akkreditierter Zertifizierungsorganisationen prüfen die Konformität mit den EAWR-Technischen Reglementen (TR EAEU).


Die cts Group verfügt über Erfahrung mit der EAC-Zertifizierung und unterstützt Kunden bei internationalen Projekten mit entsprechend geprüften und gekennzeichneten Anlagen und Schaltschränken.


Siehe auch:  UL, CSA, Schaltschrank, CE-Kennzeichnung


Echtzeit-Visualisierung bezeichnet die grafische Darstellung von Prozessdaten, Maschinenzuständen und Kennzahlen in Echtzeit – also mit minimaler Latenz zwischen Datenentstehung und Bildschirmdarstellung. Sie ist ein zentrales Werkzeug für Anlagenfahrer, Schichtleiter und Produktionsverantwortliche zur Überwachung und Steuerung von Industrieanlagen.


Echtzeit-Visualisierungen werden realisiert durch: HMI/SCADA-Systeme auf der Steuerungsebene (Siemens WinCC, Wonderware, Ignition), PI Vision für Historian-Daten sowie webbasierte Dashboard-Plattformen für die Unternehmensebene. Qualitätskriterien sind: Aktualität (Update-Frequenz), Übersichtlichkeit (UX-Design), Konfigurierbarkeit und Zugriffsrechtemanagement.


Die cts Group entwickelt und implementiert Echtzeit-Visualisierungslösungen auf allen Ebenen der Automationspyramide – vom Maschinenoperator-Panel bis zum standortübergreifenden Management-Dashboard.


Siehe auch:  SCADA, KPI-Dashboard, Aveva PI, Alarmmanagement, Shopfloor

Edge Computing bezeichnet die Datenverarbeitung direkt am Entstehungsort – also „am Rand" (Edge) des Netzwerks, nah an Maschinen und Sensoren – anstatt alle Daten in eine zentrale Cloud oder ein Rechenzentrum zu übertragen. Edge-Systeme (Edge Devices, Industrial PCs, Edge-Gateway) ermöglichen Echtzeitverarbeitung mit minimaler Latenz und reduzieren Bandbreitenanforderungen.


In der Industrieautomatisierung werden Edge-Computing-Systeme eingesetzt für: lokale Datenvorverarbeitung und -filterung, Ausführung von KI-Inferenzmodellen (z. B. für Anomalieerkennung direkt an der Maschine), Protokollkonvertierung (z. B. von proprietären Maschinen-Protokollen auf OPC UA oder MQTT) sowie als sichere Datenbrücke zwischen OT-Netzwerk und Cloud.


Die cts Group integriert Edge-Computing-Lösungen – u. a. auf Basis von Siemens SINEMA Remote Connect, Moxa, Tosibox oder Softing – in IIoT-Architekturen für die sichere und skalierbare Verbindung von Shopfloor und Cloud.


Siehe auch:  Cloud Computing, IIoT, OPC UA, MQTT, Backend-Architektur


EMSR steht für Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik – und bezeichnet das ingenieurwissenschaftliche Fachgebiet, das die Gesamtheit der elektrischen Ausrüstung, Messtechnik, Steuerungslogik und Regelkreise in Prozessanlagen umfasst. EMSR-Technik ist das Herzstück jeder Prozessautomatisierung.


Die EMSR-Planung umfasst: Instrumentierungslisten (IL), Rohrleitungs- und Instrumentierungsdiagramme (R&I-Schemata nach DIN EN ISO 10628), Datenblattersystematik für Messgeräte, Verbraucherlisten, Schalttafelprojektierung (EPLAN) sowie Kabelpläne und Klemmenpläne. Sie bildet die Basis für Beschaffung, Montage und Inbetriebnahme.


Die cts Group bietet vollständiges EMSR-Engineering aus einer Hand – von der Konzeptphase über Detail-Engineering, Schaltschrankbau und Montage bis zur Inbetriebnahme und Dokumentation nach as-built-Standard.


Siehe auch:  Feldgeräte, EPLAN, Schaltschrank, Inbetriebnahme, Feldebene


Die Normenreihe IEC 61439 (international), EN 61439 (europäisch) bzw. DIN EN 61439 (deutsches Pendant) definiert die Anforderungen an Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – also Schaltschränke und Schaltanlagen bis 1.000 V Wechselspannung bzw. 1.500 V Gleichspannung.


Sie regelt Bereiche wie Kurzschlussschutz, Erwärmungsverhalten, Kriech- und Luftstrecken, Schutzart sowie Verifikationsnachweise. Der Hersteller muss nachweisen, dass seine Konstruktion entweder durch Typprüfung oder durch berechnungsbasierte Verifikation den Anforderungen entspricht.


Die Einhaltung dieser Norm ist für den europäischen Markt Pflicht und bildet die Basis für die CE-Konformitätserklärung. Bei der cts Group wird die Normkonformität im Engineering-Prozess sichergestellt und im Rahmen von Audits sowie Factory Acceptance Tests (FAT) dokumentiert.


Siehe auch:  Schaltanlage, Schaltschrank, VDE, Audit, Factory Acceptance Test (FAT)


EPLAN ist eine führende CAE-Software (Computer Aided Engineering) für die elektrotechnische Planung und Dokumentation von Schaltanlagen, Schaltschränken und Automatisierungsprojekten. Mit EPLAN Electric P8 – der verbreitetsten Variante – lassen sich Stromlaufpläne, Klemmenpläne, Kabelpläne und Stücklisten normgerecht und konsistent erstellen.


Ein wesentlicher Vorteil von EPLAN liegt in der bidirektionalen Datendurchgängigkeit: Änderungen in einem Teil des Schemas werden automatisch in allen abhängigen Dokumenten aktualisiert. Dies reduziert Fehler und beschleunigt den Engineering-Prozess erheblich.


Bei der cts Group ist EPLAN ein zentrales Werkzeug im Hardware-Engineering. Die erstellten Pläne bilden die Grundlage für den Schaltschrankbau, die Materialbestellung, die Qualitätsprüfung und die spätere Inbetriebnahme und Wartung der Anlage.


Siehe auch:  Schaltschrank, Schaltanlage, Inbetriebnahme


ERP (Enterprise Resource Planning) bezeichnet integrierte Softwaresysteme, die alle wesentlichen Geschäftsprozesse eines Unternehmens – Produktion, Einkauf, Lagerhaltung, Finanzbuchhaltung, Personal, Vertrieb – in einem gemeinsamen System abbilden und miteinander verknüpfen. Führende ERP-Anbieter in der Industrie sind SAP, Oracle, Microsoft Dynamics und Infor.


In der Fertigungs- und Prozessindustrie ist die Integration von ERP und Produktionssystemen (MES, SCADA, Historian) ein zentrales Thema der Digitalisierung: Produktionsaufträge aus dem ERP werden an MES übergeben, Produktionsergebnisse, Materialverbräuche und Qualitätsdaten fließen zurück. Die Schnittstelle folgt dem ISA-95-Standard.


Die cts Group implementiert ERP/MES-Integrationslösungen und verbindet Shopfloor-Systeme mit SAP und anderen ERP-Plattformen – als Teil umfassender Digitalisierungsprojekte in der Prozess- und Fertigungsindustrie.


Siehe auch:  MES (Manufacturing Execution System), SAP, ISA-95, Vertikale Integration, Datenkonsolidierung

ETL (Extract, Transform, Load) bezeichnet einen Datenprozess, bei dem Daten aus verschiedenen Quellsystemen extrahiert, in ein einheitliches Format transformiert (bereinigt, normalisiert, aggregiert) und in ein Zielsystem (Data Warehouse, Data Hub, Historian) geladen werden. ETL-Tools automatisieren und überwachen diesen Prozess.


In der Industrie werden ETL-Prozesse eingesetzt, um heterogene Produktionsdaten aus SPS, DCS, MES, LIMS und ERP zu konsolidieren. Moderne ELT-Ansätze (Extract, Load, Transform) laden Rohdaten zunächst und transformieren sie im Zielsystem – was bei großen Datenmengen effizienter ist. Gängige Tools sind Apache Spark, Talend, Azure Data Factory und industriespezifische Middleware.


Die cts Group nutzt ETL- und ELT-Prozesse in Datenmigrations- und Digitalisierungsprojekten – für die saubere Integration von Produktionsdaten in Analytics-Plattformen, Historian-Systeme und unternehmensweite Datenarchitekturen.


Siehe auch:  Datenkonsolidierung, Daten-Normalisierung, Data Hub, Kafka, SQL-Datenbanken


EX-Zonen (auch: Ex-Bereiche oder explosionsgefährdete Bereiche) sind definierte Bereiche in industriellen Anlagen, in denen durch brennbare Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube Explosionsgefahr besteht. Die Klassifizierung erfolgt nach der europäischen ATEX-Richtlinie (2014/34/EU) sowie der internationalen Norm IEC 60079.


Ex-Zonen werden in Zonen unterteilt: Zone 0/1/2 für Gase und Dämpfe sowie Zone 20/21/22 für Stäube – je nach Häufigkeit und Dauer des Auftretens einer explosionsfähigen Atmosphäre. Elektrische und elektronische Betriebsmittel, die in diesen Bereichen eingesetzt werden, müssen speziell zertifiziert sein (z. B. Ex-d, Ex-e, Ex-i) und dürfen keine Zündquellen darstellen.


Die cts Group plant und realisiert Automatisierungsprojekte für explosionsgefährdete Bereiche – von der Ex-konformen Schaltschrankauslegung über ATEX-zertifizierte Remote I/O-Systeme bis zur sicherheitsgerichteten Steuerungstechnik (SIS) – in Branchen wie der Chemie-, Pharma- und Öl- & Gasindustrie.


Siehe auch:  RIO, Schaltschrank, MCC, Inbetriebnahme, UL


Der Factory Acceptance Test (FAT) – auf Deutsch: Werksabnahme – ist eine strukturierte Prüfung, die vor der Auslieferung einer Anlage oder eines Schaltschranks beim Hersteller durchgeführt wird. Ziel ist es, die Konformität mit den vereinbarten Spezifikationen, Normen und Kundenvorgaben nachzuweisen, bevor das System den Herstellerstandort verlässt.


Typische Bestandteile eines FAT sind: Sichtprüfung der mechanischen Ausführung, elektrische Prüfungen (Isolationswiderstand, Durchgangsprüfung), Funktionstest der Steuerungslogik, Simulation von Prozesssignalen sowie Dokumentationsprüfung (Stromlaufpläne, Stücklisten, Zertifikate).


Bei der cts Group gehört der FAT zum standardisierten Qualitätsprozess. Kunden können am FAT teilnehmen und das Ergebnis wird in einem detaillierten Prüfprotokoll dokumentiert – die Grundlage für den anschließenden Site Acceptance Test (SAT) vor Ort.


Siehe auch:  SAT-Checkliste, Inbetriebnahme, Audit, DIN EN 61439


Federated Learning (föderiertes Lernen) ist ein Ansatz des maschinellen Lernens, bei dem KI-Modelle dezentral auf lokalen Datensätzen – ohne diese zu zentralisieren – trainiert werden. Nur die Modellupdates (Gradienten), nicht die Rohdaten, werden an einen zentralen Server übertragen und dort aggregiert. Dies schützt Datenschutz und Datensouveränität.


In der Industrie ist Federated Learning relevant für Szenarien, in denen mehrere Werke oder Unternehmen gemeinsam KI-Modelle für Predictive Maintenance oder Qualitätsprognosen verbessern möchten, ohne sensible Produktionsdaten miteinander zu teilen. Es ermöglicht standortübergreifendes Lernen bei gleichzeitigem Datenschutz.


Die cts Group beobachtet und evaluiert Federated-Learning-Ansätze im Kontext industrieller KI-Projekte – als zukunftsorientiertes Konzept für den datenschutzkonformen Einsatz von KI in vernetzten Produktionsumgebungen.


Siehe auch:  KI-gestützte Prozessoptimierung, Advanced Analytics, Industrie 4.0, Cloud Computing


Die Feldebene ist die unterste Ebene der Automationspyramide und umfasst alle physischen Geräte, die direkt am Prozess oder an der Maschine eingesetzt werden: Sensoren (Temperatur, Druck, Durchfluss, Niveau), Aktoren (Ventile, Pumpen, Motoren), Feldgeräte (Messumformer, Grenzwertgeber, Analysengeräte) sowie deren Anbindungskomponenten (Feldbus-Koppler, Remote I/O).


Die Feldebene kommuniziert mit der übergeordneten Steuerungsebene (SPS, DCS) über Feldbussysteme (Profibus PA, Foundation Fieldbus, HART) oder digitale Protokolle (IO-Link, WirelessHART, OPC UA Companion Specifications). Die Qualität der Feldebene – korrekte Auswahl, Kalibrierung und Montage der Instrumente – bestimmt maßgeblich die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der gesamten Automatisierungslösung.


Die cts Group übernimmt Engineering, Beschaffung und Inbetriebnahme der gesamten Feldebene – von der Instrumentierungsplanung über die EMSR-Dokumentation bis zur Messkreisabnahme.


Siehe auch:  Feldgeräte, EMSR-Technik, Automationspyramide, Analogwertverarbeitung, Aktorik


Feldgeräte sind alle mess-, steuer- und regeltechnischen Geräte, die direkt am Prozess im Feld – also in der Anlage, nicht im Schaltschrank – installiert sind. Dazu zählen: Temperaturfühler und -messumformer, Drucktransmitter, Durchflussmessgeräte (magnetisch-induktiv, Coriolis, Vortex), Füllstandsmessgeräte, Analysatoren (pH, Leitfähigkeit, Sauerstoff), Stellventile und Prozessventile.


Moderne Feldgeräte kommunizieren digital über HART (Highway Addressable Remote Transducer), Profibus PA, Foundation Fieldbus oder IO-Link und ermöglichen Ferndiagnose, Geräteparametrierung und Zustandsüberwachung aus der Leitwarte. Sie sind ein zentrales Element des industriellen Asset Managements.


Die cts Group arbeitet herstellerunabhängig mit Feldgeräten aller führenden Anbieter – darunter Endress+Hauser, Krohne, Vega, Siemens, Emerson Rosemount – und übernimmt Auswahl, Bestellung, Montageüberwachung und Inbetriebnahme der Feldebene.


Siehe auch:  Feldebene, EMSR-Technik, Kalibrierung, Asset Management, Analogwertverarbeitung


Ein Framework ist ein strukturiertes Software-Grundgerüst, das Standardfunktionen, Programmierschnittstellen (APIs) und Entwurfsmuster bereitstellt, auf denen spezifische Applikationen aufgebaut werden. Es definiert den Rahmen – die Architektur – und ermöglicht Entwicklern, sich auf die fachliche Logik zu konzentrieren, anstatt Basisfunktionen neu zu implementieren.


In der industriellen Automatisierung und Digitalisierung spielen Frameworks eine wichtige Rolle: Automatisierungs-Frameworks standardisieren die Programmierung von SPS und DCS (z. B. Siemens APL – Application Library), Software-Frameworks wie .NET (für C#), Qt (für C++) oder React strukturieren HMI- und Dashboard-Entwicklung, und Daten-Frameworks definieren die Modellierungsregeln für Asset Frameworks (z. B. in Aveva PI AF).


Die cts Group nutzt und entwickelt Frameworks für wiederkehrende Aufgaben in der Prozessautomatisierung und Industrieinformatik – für schnellere Projektabwicklung, höhere Qualität und einfachere Wartbarkeit der gelieferten Lösungen.


Siehe auch:  C# (C-Sharp), C++ (C-Plus-Plus), Backend-Architektur, Capsule-Integration, SIMATIC

GMP (Good Manufacturing Practice) – auf Deutsch: Gute Herstellungspraxis – bezeichnet ein Regelwerk für die Herstellung von Arzneimitteln, Medizinprodukten, Lebensmitteln und Kosmetika, das sicherstellt, dass Produkte konsistent in der erforderlichen Qualität hergestellt und kontrolliert werden. GMP-Anforderungen sind in der EU durch den EU-GMP-Leitfaden (Eudralex Volume 4), in den USA durch FDA-Regularien (21 CFR) und international durch WHO-GMP-Richtlinien geregelt.


Für Automatisierungssysteme in GMP-Umgebungen bedeutet dies: alle computergestützten Systeme (DCS, SCADA, MES, LIMS) müssen validiert sein (Computer-System-Validierung, CSV), Änderungen unterliegen dem Change Control, alle sicherheitsrelevanten Ereignisse werden im Audit Trail protokolliert, und der Zugriff ist über User Access Management geregelt.


Die cts Group verfügt über umfangreiche GMP-Projekterfahrung in der Pharmaindustrie und realisiert Automatisierungslösungen, die von Anfang an GMP-konform konzipiert sind – von der Anforderungsspezifikation bis zur abgeschlossenen Validierung.


Siehe auch:  GxP, Validierung, Computer-System-Validierung (CSV), Audit Trail, Change Control


Governance & Compliance bezeichnet im industriellen und digitalen Kontext den Rahmen aus Richtlinien, Prozessen, Rollen und Kontrollen, der sicherstellt, dass ein Unternehmen regulatorische Anforderungen einhält (Compliance) und dabei nach definierten Regeln und Verantwortlichkeiten handelt (Governance). In der Industrie sind relevante Regelwerke: GMP/GxP (Pharma), ATEX (Explosionsschutz), IEC 62443 (Cybersecurity), DSGVO (Datenschutz) und ISO 9001 (Qualitätsmanagement).


Im Automatisierungs- und Digitalisierungsumfeld betrifft Governance & Compliance insbesondere: Zugriffsrechtemanagement (User Access Management), Audit Trail, Change Control, Software-Validierung (CSV) und Netzwerksicherheit (IEC 62443). Ein gut etabliertes Governance-Framework schützt vor Compliance-Risiken, erleichtert Behördeninspektionen und schafft Vertrauen bei Kunden und Aufsichtsbehörden.


Die cts Group berücksichtigt Governance- und Compliance-Anforderungen in der Systemarchitektur und Projektabwicklung – als fester Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems und als Mehrwert für Kunden in regulierten Branchen.


Siehe auch:  GMP (Good Manufacturing Practice), GxP, Audit Trail, IEC 62443, Change Control


GxP ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von „Good Practice"-Regularien, die in regulierten Industrien – insbesondere der Pharma-, Biotech- und Medizintechnikbranche – Mindestanforderungen an Qualität, Sicherheit und Rückverfolgbarkeit definieren. Das „x" steht dabei als Platzhalter für den jeweiligen Bereich: GMP (Manufacturing), GLP (Laboratory), GCP (Clinical), GDP (Distribution) und GDP (Documentation).


Für Automatisierungs- und IT-Systeme in GxP-Umgebungen gelten besondere Anforderungen: Computer-System-Validierung (CSV) nach GAMP 5, lückenloser Audit Trail, Elektronische Signaturen nach 21 CFR Part 11 (FDA) / EU Annex 11, Change Control sowie regelmäßige periodische Reviews der validierten Systeme.


Die cts Group ist erfahrener Partner für GxP-konforme Automatisierungsprojekte – von der Anforderungsanalyse (URS) über die Implementierung bis zur abgeschlossenen Qualifizierung und Validierung in pharmazeutischen und biotechnologischen Produktionsumgebungen.


Siehe auch:  GMP (Good Manufacturing Practice), Validierung, Computer-System-Validierung (CSV), Audit Trail, Anlagenqualifizierung


HAZOP (Hazard and Operability Study) ist eine strukturierte, teambasierte Methode zur systematischen Identifikation von Gefahren und Betriebsstörungen in verfahrenstechnischen Anlagen. Dabei werden Prozessparameter (Durchfluss, Temperatur, Druck, Niveau) anhand von Leitwörtern (kein, mehr, weniger, teilweise, auch, anders) auf mögliche Abweichungen und deren Konsequenzen untersucht.


Die HAZOP-Analyse ist Bestandteil des Sicherheitslebenszyklus nach IEC 61511 und Grundlage für die Festlegung von Sicherheitsfunktionen (Safety Instrumented Functions, SIF) und deren SIL-Einstufung. Sie wird typischerweise von einem interdisziplinären Team aus Verfahrenstechnikern, EMSR-Ingenieuren, Betreibern und Sicherheitsbeauftragten durchgeführt.


Die cts Group unterstützt Betreiber bei der Durchführung von HAZOP-Analysen – als Grundlage für die Auslegung sicherheitsgerichteter Steuerungssysteme (SIS) und die normgerechte Implementierung von Schutzfunktionen nach IEC 61511.


Siehe auch:  SIL (Safety Integrity Level), ATEX (Explosionsschutz), Berstscheiben-Überwachung, Anlagenqualifizierung

Historisierung bezeichnet die kontinuierliche, zeitgestempelte Erfassung und Langzeitspeicherung von Prozessdaten aus industriellen Anlagen. Sie ermöglicht die nachträgliche Analyse von Betriebszuständen, Prozessverläufen und Ereignissen – über Stunden, Monate oder Jahre hinweg. Historian-Systeme wie Aveva PI, Aspentech Inmation oder IP.21 sind speziell für diese Aufgabe optimiert.


Historisierte Daten bilden die unverzichtbare Datenbasis für: Betriebsdatenerfassung (BDE), Advanced Analytics, Predictive Maintenance, Energiemanagement, Qualitätssicherung und regulatorische Berichterstattung. Moderne Historian-Systeme komprimieren Zeitreihendaten verlustarm und ermöglichen so die Speicherung von Millionen von Datenpunkten über lange Zeiträume.


Die cts Group implementiert Historian-Systeme als Fundament der Digitalisierungsstrategie ihrer Kunden – von der Tag-Konfiguration und Datenmodellierung bis zur Anbindung an Analytics-Plattformen und Management-Dashboards.


Siehe auch:  Aveva PI, Aspentech Inmation, IP.21, Betriebsdatenerfassung (BDE), Daten-Aggregation

Horizontale Integration bezeichnet die Vernetzung und Synchronisation von Systemen, Maschinen und Prozessen auf derselben Ebene der Automationspyramide – also beispielsweise die Kommunikation zwischen verschiedenen Produktionslinien, Maschinen oder Anlagenteilen auf der Shopfloor-Ebene. Sie ermöglicht einen reibungslosen Material- und Informationsfluss entlang der gesamten Produktionskette.


Technisch wird horizontale Integration durch standardisierte Kommunikationsprotokolle (OPC UA, MQTT, Profinet) und Middleware-Plattformen realisiert. Im Kontext von Industrie 4.0 ist horizontale Integration Voraussetzung für verkettete Produktionssysteme, Just-in-Time-Produktion und cyberphysische Systeme (CPS).


Die cts Group realisiert horizontale Integrationskonzepte in der Fertigungs- und Prozessautomatisierung – als Bestandteil ganzheitlicher Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekte, die alle Ebenen von der Feldebene bis zur ERP-Ebene umfassen.


Siehe auch:  Vertikale Integration, OPC UA, MQTT, MES, Automationspyramide


IEC 62443 ist die internationale Normenreihe für die Cybersicherheit industrieller Automatisierungs- und Steuerungssysteme (IACS – Industrial Automation and Control Systems). Sie definiert Anforderungen an Sicherheitsmanagementsysteme, sichere Systemarchitekturen, Sicherheitsanforderungen an Komponenten und Prozesse für Betreiber, Integratoren und Komponentenhersteller.


Die Norm gliedert sich in vier Teile: IEC 62443-1 (Konzepte & Modelle), IEC 62443-2 (Betreiber-Anforderungen & Patches), IEC 62443-3 (Systemanforderungen & Security Levels) und IEC 62443-4 (Komponenten-Anforderungen). Security Levels (SL 1–4) beschreiben den erforderlichen Schutzgrad gegenüber verschiedenen Bedrohungsszenarien.


Die cts Group berücksichtigt IEC 62443 bei der Planung industrieller Netzwerkarchitekturen und OT-Sicherheitskonzepte – als Grundlage für Defense-in-Depth-Strategien, Netzwerksegmentierung (VLANs) und sicheres User Access Management in industriellen Umgebungen.


Siehe auch:  Netzwerkarchitektur, VLAN, VPN, User Access Management, OT

IIoT (Industrial Internet of Things) bezeichnet die industrielle Ausprägung des Internet of Things – also die Vernetzung von Maschinen, Sensoren, Steuerungen und Anlagen über standardisierte Kommunikationsprotokolle und Cloud-Plattformen, um Daten zu erfassen, auszuwerten und Prozesse zu optimieren. IIoT ist die technische Grundlage von Industrie 4.0.


Kerntechnologien des IIoT sind: Edge-Gateways und Edge-Computing-Devices, Kommunikationsprotokolle (OPC UA, MQTT), Cloud-Plattformen (Azure IoT Hub, AWS IoT, Siemens MindSphere), Datenanalyse-Dienste und Dashboarding-Tools. IIoT ermöglicht Anwendungen wie Remote Monitoring, Predictive Maintenance, Energiemanagement und Produktionsoptimierung.


Die cts Group implementiert IIoT-Lösungen für die Prozess- und Fertigungsindustrie – von der Maschinenanbindung und Protokollkonvertierung über Edge-Computing bis zur Cloud-Integration und Analytics-Applikation.


Siehe auch:  Industrie 4.0, Edge Computing, OPC UA, MQTT, Cloud Computing


Die Inbetriebnahme (IBN) bezeichnet die Phase in einem Automatisierungs- oder Anlagenprojekt, in der ein System nach der Installation erstmals in Betrieb gesetzt, geprüft und für den Regelbetrieb freigegeben wird. Sie umfasst elektrische Prüfungen, Funktionstest der Steuerungslogik, Kalibrierung von Messgeräten sowie das Einfahren von Prozessparametern.


Die Inbetriebnahme unterteilt sich typischerweise in: Kaltinbetriebnahme (ohne Produkt/Medium), Warminbetriebnahme (mit Medium) und Leistungstest. Basis hierfür sind unter anderem die SAT-Checkliste und die Prüfprotokolle aus dem vorangegangenen Factory Acceptance Test (FAT).


Die cts Group übernimmt die Inbetriebnahme vor Ort – auch international – und stellt dabei sicher, dass alle relevanten Normen (DIN EN 60204-1, IEC 61439) sowie kundenspezifische Anforderungen erfüllt sind. Im Anschluss bietet cts umfassenden Service & After Sales.


Siehe auch:  Factory Acceptance Test (FAT), SAT-Checkliste, DIN EN 60204-1, Schaltanlage


Industrial Data Fabric (IDF) bezeichnet eine moderne Datenarchitektur, die eine einheitliche, kontextreiche und nahtlos zugängliche Datenschicht über alle Systeme, Standorte und Technologieebenen einer Industrieorganisation spannt – ohne dass alle Daten physisch an einem Ort zentralisiert werden müssen. Sie integriert föderiert Daten aus Historian, MES, ERP, SCADA und Cloud.


Kernprinzipien einer Industrial Data Fabric sind: semantische Datennormalisierung (einheitliche Kontextualisierung durch Asset-Modelle), föderierter Datenzugriff (Daten verbleiben an der Quelle, werden aber einheitlich adressierbar), aktive Metadatenverwaltung und automatisierte Datenpipelines. OPC UA, MQTT und Unified Namespace (UNS) sind wichtige Bausteine.


Die cts Group entwickelt und implementiert Industrial-Data-Fabric-Architekturen als zukunftsorientierte Alternative zu monolithischen Datensilos – für eine skalierbare, unternehmensweite Datentransparenz in der Prozess- und Fertigungsindustrie.


Siehe auch:  Unified Namespace (UNS), Data Hub, OPC UA, MQTT, Datenkonsolidierung


Industrie 4.0 bezeichnet die vierte industrielle Revolution – die Verbindung von Automatisierungstechnik, Digitalisierung und dem Internet der Dinge (IIoT) zu cyber-physischen Produktionssystemen. Der Begriff wurde vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geprägt und beschreibt die intelligente Vernetzung von Maschinen, Anlagen, Menschen und Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.


Konkrete Bausteine von Industrie 4.0 sind: digitale Zwillinge, autonome Systeme, prädiktive Instandhaltung (Predictive Maintenance), horizontale und vertikale Integration, additive Fertigung, Augmented Reality für Wartung und Schulung sowie KI-gestützte Prozessoptimierung. International wird das Konzept unter Begriffen wie Smart Manufacturing, Manufacturing 4.0 oder Digitalisation of Manufacturing diskutiert.


Die cts Group begleitet Industrieunternehmen bei der strategischen und operativen Umsetzung von Industrie-4.0-Konzepten – als Komplettanbieter, der Automatisierungstechnik, Digitalisierung und Systemintegration aus einer Hand bietet.


Siehe auch:  IIoT, Digitale Produktion, Twin Technology (Digital Twin), Predictive Maintenance, MES


Eine Insellösung bezeichnet ein IT- oder Automatisierungssystem, das isoliert von anderen Systemen betrieben wird – ohne standardisierte Schnittstellen oder Integration in die übergeordnete Datenarchitektur des Unternehmens. Insellösungen entstehen häufig durch organisch gewachsene IT-Landschaften, proprietäre Systeme oder fehlende Integrationsstrategien.


Die Folgen von Insellösungen sind: redundante Datenhaltung, manuelle Datenübertragung (z. B. per Excel), fehlende Echtzeitverfügbarkeit von Produktionsdaten, hohe Wartungskosten und Abhängigkeit von einzelnen Herstellern. Die Überwindung von Insellösungen ist ein zentrales Ziel von Industrie-4.0- und Digitalisierungsinitiativen.


Die cts Group analysiert bestehende IT/OT-Landschaften ihrer Kunden, identifiziert Insellösungen und entwickelt Integrationsstrategien – über standardisierte Schnittstellen (OPC UA, REST API, MQTT) und moderne Datenarchitekturen (Data Hub, UNS).


Siehe auch:  Unified Namespace (UNS), Schnittstellen-Management, Horizontale Integration, Datenkonsolidierung, Legacy Systeme


IP.21 (AspenTech InfoPlus.21) ist ein führendes Historian- und Prozessdatenmanagementsystem aus dem Hause AspenTech, das in der Prozessindustrie – insbesondere Raffinerie, Petrochemie und Chemie – weit verbreitet ist. Es erfasst, speichert und verwaltet Zeitreihendaten aus Prozessanlagen in hoher Auflösung und stellt diese für Optimierungs-, Analyse- und Berichtszwecke bereit.


IP.21 bietet eine leistungsfähige Datenbankstruktur für Prozesshistorien, umfangreiche Konnektivität zu DCS-, SPS- und SCADA-Systemen sowie eine offene API-Schicht für die Integration mit APC-Applikationen (Advanced Process Control), Energiemanagementsystemen und Analytics-Tools. Aspentech Inmation baut auf den gleichen Technologiesträngen auf.


Die cts Group hat Erfahrung in der Integration und Administration von IP.21-Systemen – als Teil von Digitalisierungs- und APC-Projekten in der Prozessindustrie.


Siehe auch:  Aspentech Inmation, Aveva PI, Historisierung, APC (Advanced Process Control), Advanced Analytics


ISA-95 (international auch IEC 62264) ist ein internationaler Standard, der die Integration von Unternehmens-IT-Systemen (ERP) und Produktionssystemen (MES, SCADA) definiert. Er beschreibt Informationsmodelle, Schnittstellen und Datenstrukturen für den standardisierten Austausch von Produktionsaufträgen, Materialdaten, Personalinformationen und Produktionsergebnissen zwischen den Systemebenen.


ISA-95 gliedert sich in mehrere Teile und definiert u. a. die Funktionale Hierarchie (Level 0–4) der Automationspyramide, das Objekt-Modell für Produktionsoperationen sowie die B2MML (Business To Manufacturing Markup Language) als XML-basiertes Austauschformat. Es ist de facto-Standard für MES/ERP-Integrationen in der Prozess- und Fertigungsindustrie.


Die cts Group nutzt ISA-95 als Referenzmodell bei der Planung und Implementierung von MES-Einführungen und ERP-Integrationen – für klar definierte Schnittstellen, saubere Datenstrukturen und zukunftssichere Systemarchitekturen.


Siehe auch:  MES (Manufacturing Execution System), ERP, SAP, Vertikale Integration, Automationspyramide


IT (Informationstechnologie) bezeichnet alle technischen Mittel und Systeme zur Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Übertragung und Ausgabe von Informationen in digitaler Form. Im industriellen Kontext wird IT von OT (Operational Technology) abgegrenzt – mit zunehmender Konvergenz im Rahmen von Industrie 4.0 und IIoT.


Klassische IT-Systeme in der Industrie sind: ERP (SAP), MES, Datenbanken (SQL, NoSQL), Netzwerkinfrastruktur, Active Directory, Cloud-Plattformen und Cybersicherheitslösungen. Die IT/OT-Konvergenz – also die zunehmende Verbindung von Büro-IT und Produktions-OT – erfordert neue Sicherheitskonzepte (IEC 62443), Netzwerkarchitekturen (VLANs, Firewalls) und interdisziplinäre Teams.


Die cts Group versteht IT und OT als zusammenwachsende Welten und verbindet in ihren Projekten IT-Kompetenz (Datenbankentwicklung, Netzwerkarchitektur, Cloud) mit OT-Know-how (EMSR, SPS, DCS) – als Garant für durchgängige Digitalisierungslösungen.


Siehe auch:  OT, IEC 62443, Netzwerkarchitektur, Backend-Architektur, Industrie 4.0


JSON ist ein schlankes, textbasiertes Datenformat für den strukturierten Austausch von Daten zwischen Systemen. Es ist für Menschen lesbar, für Maschinen leicht parsebar und hat sich als De-facto-Standard für REST-APIs, Web-Services und Konfigurationsdateien durchgesetzt.


In industriellen Digitalisierungsarchitekturen wird JSON überall dort eingesetzt, wo Produktionsdaten über REST-APIs ausgetauscht werden – z. B. zwischen MES und ERP, zwischen Edge-Devices und Cloud-Plattformen oder zwischen Historian-Systemen und Analytics-Applikationen. Auch MQTT-Payloads werden häufig im JSON-Format übertragen. JSON ergänzt damit ältere Industrieformate wie XML.


Die cts Group nutzt JSON in der Entwicklung von Schnittstellen und Middleware-Komponenten für die Integration von Automatisierungs- und IT-Systemen – als effizientes und universell unterstütztes Datenformat.


Siehe auch:  REST-API, MQTT, XML, ETL-Tools, Schnittstellen-Management


Just-in-Time (JIT) ist ein Produktions- und Logistikprinzip, bei dem Material, Komponenten und Halbfertigprodukte genau dann bereitgestellt werden, wenn sie im Produktionsprozess benötigt werden – ohne kostspielige Lagerbestände aufzubauen. JIT minimiert Durchlaufzeiten, Lagerkosten und gebundenes Kapital.


Die erfolgreiche Umsetzung von Just-in-Time erfordert: präzise Produktionsplanung (MES, ERP), zuverlässige Lieferketten, hohe Maschinenverfügbarkeit (Predictive Maintenance, Zero Downtime Strategy) und Echtzeit-Transparenz über Produktionsfortschritt und Materialverbräuche. Störungen in JIT-Systemen können schnell zu Produktionsstillständen führen – weshalb Ausfallsicherheit und Redundanz essenziell sind.


Die cts Group unterstützt Produktionsunternehmen mit Automatisierungs- und MES-Lösungen, die die operative Grundlage für JIT-Produktionskonzepte schaffen – durch Echtzeit-Datentransparenz, verlässliche Maschinensteuerung und durchgängige ERP-Integration.


Siehe auch:  MES (Manufacturing Execution System), Predictive Maintenance, Zero Downtime Strategy, ERP, Shopfloor


Apache Kafka ist eine verteilte, hochperformante Streaming-Plattform für die Echtzeitverarbeitung und -übertragung großer Datenmengen. Kafka funktioniert als nachrichtenbasiertes Publish-Subscribe-System: Datenproduzenten (Producer) schreiben Daten in thematisch organisierte Kanäle (Topics), Datenkonsumenten (Consumer) lesen diese asynchron aus. Kafka ist auf hohen Durchsatz, Fehlertoleranz und Skalierbarkeit ausgelegt.


In industriellen Digitalisierungsarchitekturen wird Kafka eingesetzt für: Echtzeit-Datenintegration aus mehreren Quellsystemen (SPS, SCADA, MES), Event-Streaming für Alarme und Zustandsänderungen, als Backbone für Data-Hub- und Unified-Namespace-Architekturen sowie für die Entkopplung von Datenerzeuger- und Verbrauchersystemen.


Die cts Group setzt Kafka in anspruchsvollen Datenpipeline-Projekten ein – dort, wo hoher Datendurchsatz, Echtzeitanforderungen und Entkopplung heterogener Systeme im Vordergrund stehen.


Siehe auch:  Data Hub, MQTT, ETL-Tools, Backend-Architektur, Unified Namespace (UNS)


Kalibrierung bezeichnet den Prozess des Vergleichs eines Messgeräts mit einem Referenzstandard unter definierten Bedingungen, um die Messabweichung zu ermitteln und zu dokumentieren. Im Unterschied zur Justierung wird beim Kalibrieren das Gerät nicht verstellt – es wird lediglich der Ist-Zustand der Messgenauigkeit festgestellt und dokumentiert.


In regulierten Industrien (Pharma, Lebensmittel) ist die Kalibrierung von Messmitteln nach GMP obligatorisch und muss in kalibrierten Intervallen durchgeführt und lückenlos dokumentiert werden. Kalibrierscheine müssen auf nationale oder internationale Standards (DAkkS, ISO 17025) rückführbar sein. Die Kalibrierung ist Bestandteil der Anlagenqualifizierung und Voraussetzung für die GMP-Compliance.


Die cts Group führt Kalibrierungen von Feldgeräten (Temperatur, Druck, Durchfluss, Niveau) im Rahmen von Inbetriebnahmeprojekten und After-Sales-Service durch und stellt normgerechte Kalibrierdokumentation bereit.


Siehe auch:  Feldgeräte, Anlagenqualifizierung, GMP (Good Manufacturing Practice), Inbetriebnahme, SAT-Checkliste


KI-gestützte Prozessoptimierung bezeichnet den Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz (maschinelles Lernen, neuronale Netze, Reinforcement Learning) zur automatisierten Analyse und Verbesserung industrieller Prozesse. Ziel ist die Maximierung von Ausbeute, Qualität und Energieeffizienz bei gleichzeitiger Minimierung von Ausschuss, Stillständen und Rohstoffverbrauch.


Typische Anwendungen sind: Echtzeit-Prozessregelung durch KI-Modelle (ergänzend zu klassischen PID-Reglern und APC), KI-basierte Qualitätsprognosen aus Produktionsdaten, Energieverbrauchsoptimierung durch Lastprognosen sowie Anomalieerkennung zur Früherkennung von Prozessabweichungen. Grundlage sind historisierte Prozessdaten aus Aveva PI, Aspentech Inmation oder ähnlichen Systemen.


Die cts Group entwickelt und implementiert KI-gestützte Optimierungsmodelle im Rahmen von Advanced-Analytics- und Digitalisierungsprojekten – in enger Verbindung mit Prozessautomatisierung und Dateninfrastruktur.


Siehe auch:  Advanced Analytics, APC (Advanced Process Control), Predictive Maintenance, Aveva PI, Industrie 4.0

Ein KPI-Dashboard (Key Performance Indicator Dashboard) ist eine grafische Oberfläche, die die wichtigsten Leistungskennzahlen einer Anlage, Produktionslinie oder eines Unternehmens in Echtzeit oder als historische Auswertung visualisiert. KPIs in der Produktion umfassen typischerweise: OEE (Overall Equipment Effectiveness), Durchsatz, Ausschussquote, Energieverbrauch, Stillstandszeiten und Qualitätsrate.


Moderne industrielle KPI-Dashboards sind webbasiert, rollen- und standortspezifisch konfigurierbar und greifen über standardisierte APIs (REST, OPC UA) auf Historian-Systeme (Aveva PI), MES und ERP-Daten zu. Sie ersetzen zunehmend manuelle Berichte und Excel-Auswertungen und ermöglichen datengetriebene Entscheidungen in Echtzeit.


Die cts Group entwickelt maßgeschneiderte KPI-Dashboards für Produktionsverantwortliche, Schichtleiter und Management – als Teil von Digitalisierungsprojekten, die Produktionsdaten in handlungsrelevante Informationen verwandeln.


Siehe auch: OEE, Echtzeit-Visualisierung, Betriebsdatenerfassung (BDE), Aveva PI, MES


LabX ist eine Laborsoftware von METTLER TOLEDO zur zentralen Verwaltung, Steuerung und Dokumentation von Laboranalysegeräten – darunter Waagen, Titratoren, pH-Meter, Refraktometer, Dichtemessgeräte und Schmelzpunktbestimmungsgeräte. LabX steuert die Geräte, erfasst Messergebnisse automatisch und dokumentiert diese GxP-konform mit Audit Trail und elektronischen Signaturen.


In GMP-regulierten Laborumgebungen (Pharma, Lebensmittel) ermöglicht LabX die Einhaltung von 21 CFR Part 11 und EU Annex 11, da alle Messvorgänge lückenlos protokolliert und gegen unbefugte Manipulation geschützt sind. LabX kann mit LIMS-Systemen und MES integriert werden für einen durchgängig papierlosen Laborworkflow.


Die cts Group berücksichtigt LabX und ähnliche Labordatensysteme in der Gesamtarchitektur von Digitalisierungsprojekten in regulierten Industrien – für eine nahtlose Integration von Labordaten in die Produktions- und Qualitätsdateninfrastruktur.


Siehe auch:  GxP, GMP (Good Manufacturing Practice), Audit Trail, Validierung, Paperless Manufacturing

Legacy Systeme sind veraltete, aber noch in Betrieb befindliche IT- oder Automatisierungssysteme, die ursprünglich für spezifische Anforderungen entwickelt wurden und heute aufgrund ihres Alters, proprietärer Technologien oder fehlender Hersteller-Unterstützung schwer zu warten, zu integrieren oder zu ersetzen sind. In der Industrie umfasst dies veraltete SPS-Generationen (z. B. Simatic S5), ältere DCS-Plattformen, proprietäre Historiansysteme und nicht mehr unterstützte Windows-Versionen.


Die Herausforderungen mit Legacy Systemen sind: fehlende Ersatzteile und Support, Sicherheitslücken (ungepatchte Betriebssysteme), fehlende Standardschnittstellen für die Integration in moderne Architekturen sowie mangelnde Dokumentation. Gleichzeitig sind sie oft noch zuverlässig im Betrieb und eine vollständige Migration birgt Risiken.


Die cts Group ist auf den Umgang mit Legacy Systemen spezialisiert – von der Bestandsaufnahme und Risikobewertung über Retrofit-Strategien (Anlagenmodernisierung) bis zur schrittweisen Migration mit minimalen Produktionsunterbrechungen.


Siehe auch: Anlagenmodernisierung (Retrofit), Brownfield Transformation, Insellösung, Schnittstellen-Management

Leittechnik (auch: Prozessleittechnik) bezeichnet die Gesamtheit der technischen Systeme und Einrichtungen, die zur übergeordneten Führung, Überwachung, Steuerung und Regelung verfahrenstechnischer und produktionstechnischer Anlagen eingesetzt werden. Sie umfasst das Prozessleitsystem (PLS/DCS), SCADA-Systeme, Bedienpulte (HMI), Leittechnikräume sowie die zugehörige Netzwerk- und Kommunikationsinfrastruktur.


Die Leittechnik bildet das Bindeglied zwischen der Feldebene (Sensoren, Aktoren) und der Betriebsleitebene (MES, ERP). Sie ermöglicht Anlagenfahrern die Überwachung und Steuerung komplexer Prozesse in Echtzeit, die Verwaltung von Alarmen und Ereignissen sowie die Historisierung von Prozessdaten. Moderne Leittechniksysteme sind zunehmend in IT-Infrastrukturen integriert (IT/OT-Konvergenz).


Die cts Group plant, realisiert und modernisiert Leittechniksysteme für die Prozessindustrie – von der Systemauswahl und dem Engineering über die Programmierung und Inbetriebnahme bis zum langfristigen Service und Support.


Siehe auch: Prozessleitsystem (PLS), SCADA, Feldebene, Automationspyramide, EMSR-Technik

Machine Digitalization bezeichnet die Digitalisierung einzelner Maschinen und Maschinenparks durch die Nachrüstung von Sensorik, Konnektivität und Datenanalysefähigkeiten – insbesondere bei bestehenden Bestandsmaschinen (Brownfield). Ziel ist die Schaffung einer transparenten, datengetriebenen Basis für Wartung, Qualitätssicherung und Produktionsoptimierung.


Konkrete Maßnahmen der Machine Digitalization sind: Montage von Schwingungssensoren, Temperaturfühlern und Energiemessgeräten, Installation von Edge-Gateways für die Protokollkonvertierung (z. B. von proprietären Maschinenprotokollen auf OPC UA oder MQTT), Anbindung an Historian-Systeme und KPI-Dashboards sowie die Implementierung von Predictive-Maintenance-Modellen.


Die cts Group realisiert Machine-Digitalization-Projekte für Produktionsunternehmen – von der Maschinenbestandsanalyse und Konnektivitätsbewertung über die Hardware-Installation bis zur vollständigen Datenintegration in die übergeordnete IT-Architektur.


Siehe auch: Brownfield Transformation, IIoT, Edge Computing, OPC UA, Predictive Maintenance

Matrix (englisch The Matrix) ist ein Science-Fiction-Film mit Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss und Hugo Weaving, geschrieben und inszeniert von den Geschwistern Wachowski. Er erschien im Jahr 1999 und entwickelte sich durch seine philosophischen Fragen nach Realität und Simulation zu einem stilprägenden Beitrag zu seinem Genre. 


Aber keine Sorge, Sie müssen keine rote Pille schlucken – in unserem Kontext beschreibt die Matrix eine tabellarische Darstellung, die Anforderungen, Testfälle, Verantwortlichkeiten oder Systemkomponenten systematisch miteinander verknüpft. Häufige Anwendungsformen sind: Anforderungs-Traceability-Matrix (RTM – verknüpft Anforderungen mit Testfällen), Testmatrix (Übersicht aller Testfälle und deren Durchführungsstatus) und Risikomatrix (Bewertung von Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung).


In GMP-validierten Projekten ist die Traceability-Matrix ein Pflichtdokument: Sie belegt, dass alle Anforderungen aus der User Requirement Specification (URS) durch mindestens einen Testfall abgedeckt sind und dieser erfolgreich durchgeführt wurde. Sie ist damit ein zentraler Baustein der Computer-System-Validierung (CSV).


Die cts Group erstellt und pflegt Matrizen in allen Validierungs- und Qualifizierungsprojekten – als Nachweis der vollständigen Anforderungsabdeckung und als Vorbereitung auf Behördeninspektionen.


Siehe auch: Anlagenqualifizierung, Computer-System-Validierung (CSV), GMP (Good Manufacturing Practice), HAZOP-Analyse


Ein Motor Control Center (MCC) – auf Deutsch: Motorensteuerungszentrum oder Motorschaltanlage – ist eine Schaltanlage, die alle Komponenten zur Steuerung, Überwachung und zum Schutz mehrerer elektrischer Motoren in einem kompakten, standardisierten System bündelt. MCCs kommen überall dort zum Einsatz, wo viele Antriebe zentral verwaltet werden müssen, z. B. in der Chemie-, Pharma-, Wasser- und Lebensmittelindustrie.


Ein MCC enthält typischerweise: Motorstarter (direkt oder sanft), Frequenzumrichter, Schutzeinrichtungen (thermische Relais, Leistungsschalter), Mess- und Überwachungsmodule sowie Bus-Interfaces für die übergeordnete Steuerung (Profibus, Profinet, EtherNet/IP).


Bei der cts Group werden MCCs nach DIN EN 61439 konstruiert, im eigenen Werk aufgebaut und einem umfangreichen FAT unterzogen – auch in Ex-Zonen-gerechter Ausführung oder für den internationalen Einsatz mit UL/CSA-Zulassung.


Siehe auch: Schaltanlage, Schaltschrank, DIN EN 61439, EX-Zonen, UL, CSA


Ein MES (Manufacturing Execution System) ist eine Softwareplattform, die die Produktionssteuerung und -überwachung auf der Fertigungs- bzw. Betriebsebene übernimmt – als Bindeglied zwischen der Shopfloor-Ebene (SPS, SCADA) und der Unternehmensebene (ERP). MES koordiniert Produktionsaufträge, Materialflüsse, Personalressourcen, Qualitätsprüfungen und Maschinenzustände in Echtzeit.


Kernfunktionen eines MES nach ISA-95 sind: Produktionsplanung und -feinplanung, Rückverfolgbarkeit (Tracking & Tracing), Qualitätsmanagement, OEE-Berechnung, Betriebsdatenerfassung (BDE), Schichtbuch und Paperless Manufacturing. Führende MES-Anbieter sind Siemens Opcenter, Rockwell PharmaSuite, Werum PAS-X, Körber und kritisch.


Die cts Group implementiert und integriert MES-Systeme für die Prozess- und Fertigungsindustrie – von der Anforderungsanalyse über die Konfiguration und Schnittstellenentwicklung bis zur Validierung und zum Go-Live-Support.


Siehe auch: ISA-95, ERP, SAP, Shopfloor, Betriebsdatenerfassung (BDE)


Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) bezeichnet ein Sicherheitsverfahren, bei dem der Nachweis der Identität durch mindestens zwei unabhängige Faktoren erbracht werden muss – typischerweise: Wissen (Passwort), Besitz (Smartphone, Token) und Sein (Biometrie). MFA reduziert das Risiko unbefugten Zugriffs erheblich, selbst wenn Passwörter kompromittiert wurden.


In industriellen IT/OT-Umgebungen ist MFA zunehmend verpflichtend – nicht nur für ERP- und Cloud-Zugänge, sondern auch für den Fernzugriff auf SCADA-Systeme und Engineering-Workstations. IEC 62443 empfiehlt MFA als Schutzmaßnahme für privilegierte Zugriffe auf kritische Steuerungssysteme. Auch GxP-regulierte Systeme verlangen nach EU Annex 11 geeignete Zugriffskontrollen.


Die cts Group berücksichtigt MFA bei der Planung von User-Access-Management-Konzepten und industriellen Cybersicherheitsarchitekturen – als elementarer Baustein eines Defense-in-Depth-Ansatzes nach IEC 62443.


Siehe auch: User Access Management, IEC 62443, Active Directory, VPN, SAML


MongoDB ist eine führende dokumentenorientierte NoSQL-Datenbank, die Daten in flexiblen JSON-ähnlichen Dokumenten (BSON-Format) anstatt in starren Tabellen speichert. Sie eignet sich besonders für Anwendungen mit variablen Datenstrukturen, hohem Durchsatz und horizontaler Skalierbarkeit – typisch für Industrie-4.0-Anwendungen.


In industriellen Digitalisierungsarchitekturen wird MongoDB eingesetzt für: Speicherung von Maschinenkonfigurationen, Rezeptdaten und Qualitätsergebnissen mit variablen Feldern, als Backend-Datenbank für webbasierte MES- oder Reporting-Anwendungen sowie für die Speicherung von Ereignisprotokollen und Alarmdaten. Es ergänzt relationalen SQL-Datenbanken und Historian-Systemen in modernen polyglotten Datenbankarchitekturen.


Die cts Group setzt MongoDB in der Entwicklung von Backend-Applikationen für Digitalisierungsprojekte ein – dort, wo Flexibilität der Datenstruktur und Skalierbarkeit gegenüber der starren Struktur relationaler Datenbanken Vorteile bieten.


Siehe auch: NoSQL-Datenbanken, SQL-Datenbanken, Backend-Architektur, JSON, Data Hub


MQTT ist ein leichtgewichtiges, nachrichtenbasiertes Publish-Subscribe-Protokoll, das für die Kommunikation in ressourcenbeschränkten Umgebungen und über unzuverlässige Netzwerke entwickelt wurde. Es hat sich als Standardprotokoll für IIoT-Kommunikation etabliert und wird von zahlreichen industriellen Edge-Devices, Cloud-Plattformen und SCADA-Systemen nativ unterstützt.


MQTT arbeitet nach dem Prinzip: Datenproduzenten (Publisher) senden Nachrichten an einen zentralen Broker (z. B. Mosquitto, HiveMQ, EMQX), der diese an alle registrierten Abonnenten (Subscriber) weiterleitet. Der minimale Overhead macht MQTT ideal für die Übertragung von Sensordaten aus der Feldebene in Echtzeit. In modernen Unified-Namespace-Architekturen (UNS) ist MQTT der bevorzugte Transport.


Die cts Group setzt MQTT in IIoT- und Digitalisierungsprojekten ein – als schlankes, zuverlässiges Kommunikationsprotokoll für die Verbindung von Feldgeräten, Edge-Systemen und Cloud-Plattformen.


Siehe auch: OPC UA, IIoT, Unified Namespace (UNS), Edge Computing, Data Hub

MTP (Module Type Package) ist ein standardisierter Beschreibungsstandard (nach VDI/VDE/NAMUR 2658) für verfahrenstechnische Module – also Anlagenteile wie Dosiereinheiten, Reaktoren oder Filtrationsstufen. Ein MTP beschreibt die Dienste (Services), Parameter, Schnittstellen und HMI-Elemente eines Moduls in einer herstellerunabhängigen, maschinenlesbaren Datei (auf Basis AutomationML/XML).


Das Ziel von MTP ist die Plug-and-Produce-Fähigkeit: Ein neues Modul kann mit seinem MTP in einem Prozessorchestrator (übergeordnetes Leitsystem) bekannt gemacht werden und sofort genutzt werden – ohne manuelle Programmierung der Schnittstellen. Dies ermöglicht flexible, modulare Produktionsanlagen (Modular Production) für variantenreiche oder kampagnenweise Produktion.


Die cts Group verfolgt den MTP-Standard als Zukunftsansatz für modulare Prozessanlagen – und berücksichtigt MTP-Kompatibilität bei der Engineering-Planung und Systemarchitektur von Automatisierungsprojekten in der Prozessindustrie.


Siehe auch: Capsule-Integration, NAMUR-Empfehlungen, Schnittstellen-Management, Batch-Systeme

NAMUR (Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie) ist eine internationale Anwendervereinigung der Prozessindustrie, die praxisnahe Empfehlungen (NE – NAMUR Empfehlung) und Arbeitsblätter (NA) für Automatisierungstechnik, Messtechnik und Digitalisierung erarbeitet. NAMUR-Empfehlungen sind kein verpflichtender Standard, genießen aber hohe Praxisrelevanz.


Wichtige NAMUR-Empfehlungen sind u. a.: NE 107 (Selbstüberwachung und Diagnose von Feldgeräten – Statussymbole Good, Check Function, Failure, Out of Specification), NE 131 (Anforderungen an Standardfeldgeräte), NE 132 (Anforderungen an Wireless-Geräte), NE 153 (Cyber Security) sowie das NAMUR Open Architecture (NOA)-Konzept für den Datenzugriff ohne Eingriff in die Leitsystemebene.


Die cts Group orientiert sich an NAMUR-Empfehlungen in der Planung von EMSR-Projekten, beim Feldgeräte-Engineering und bei der Entwicklung moderner Datenarchitekturen – als Qualitätsmerkmal für praxisgerechte Automatisierungslösungen in der Prozessindustrie.


Siehe auch: Feldgeräte, EMSR-Technik, IIoT, MTP (Module Type Package), Leittechnik

Netzwerkarchitektur bezeichnet das strukturierte Design eines Kommunikationsnetzwerks – einschließlich der physischen Topologie, der logischen Segmentierung, der eingesetzten Protokolle und der Sicherheitsmaßnahmen. In industriellen Umgebungen umfasst sie sowohl das OT-Netzwerk (Steuerungsebene) als auch das IT-Netzwerk (Unternehmensebene) und deren kontrollierte Verbindungspunkte.


Eine gut konzipierte industrielle Netzwerkarchitektur folgt dem Defense-in-Depth-Prinzip nach IEC 62443: Netzwerksegmentierung durch VLANs, Firewalls an OT/IT-Übergangspunkten (DMZ), sichere Fernzugriffskonzepte (VPN, MFA), Netzwerkmonitoring (IDS/IPS) und Schwachstellenmanagement. Redundante Netzwerkpfade sichern die Ausfallsicherheit kritischer Steuerungskommunikation.


Die cts Group plant industrielle Netzwerkarchitekturen für Prozessanlagen und Produktionsstandorte – von der EMSR-Netzwerkebene über die Steuerungsebene bis zur IT/OT-Integration – unter strikter Berücksichtigung von IEC 62443 und branchenspezifischen Sicherheitsanforderungen.


Siehe auch: IEC 62443, VLAN, VPN, OT, IT

NoSQL-Datenbanken (Not only SQL) sind Datenbanksysteme, die auf nicht-relationale Datenmodelle setzen – also keine starren Tabellenschemata verwenden. Sie sind optimiert für hohe Skalierbarkeit, flexible Datenstrukturen und spezifische Zugriffsmuster. Haupttypen sind: dokumentenorientiert (MongoDB), schlüssel-wert-basiert (Redis), spaltenorientiert (Apache Cassandra) und graphbasiert (Neo4j).


In industriellen Digitalisierungsprojekten kommen NoSQL-Datenbanken zum Einsatz, wenn: Datenstrukturen variabel sind (z. B. Maschinenkonfigurationen mit unterschiedlichen Parametern), hohe Schreibraten bewältigt werden müssen (z. B. Ereignisprotokollierung), oder wenn horizontale Skalierung über mehrere Server erforderlich ist. Sie ergänzen relationale SQL-Datenbanken und spezialisierte Historian-Systeme in polyglotten Architekturen.


Die cts Group wählt Datenbanktypen bedarfsgerecht aus und kombiniert SQL-, NoSQL- und Historian-Technologien zu einer optimal abgestimmten Datenarchitektur für industrielle Digitalisierungslösungen.


Siehe auch: MongoDB, SQL-Datenbanken, Backend-Architektur, Data Hub, Historisierung

OEE (Overall Equipment Effectiveness) – auf Deutsch: Gesamtanlageneffektivität – ist die zentrale Kennzahl zur Bewertung der Produktionseffizienz einer Maschine oder Anlage. Sie errechnet sich als Produkt aus drei Faktoren: Verfügbarkeit (tatsächliche Betriebszeit / geplante Betriebszeit), Leistung (tatsächliche Ausbringung / theoretische Maximalausbringung) und Qualität (fehlerfreie Teile / Gesamtproduktion). Ein OEE von 100 % bedeutet perfekte Produktion – in der Praxis gilt 85 % als Weltklasse.


OEE-Daten werden automatisiert aus MES, SCADA oder direkt aus SPS-Daten berechnet und in KPI-Dashboards visualisiert. Die OEE-Analyse identifiziert die Hauptverlustquellen (Six Big Losses) und liefert die Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen in der Total Productive Maintenance (TPM).

Die cts Group implementiert OEE-Erfassungs- und Analysesysteme als Bestandteil von MES- und Digitalisierungsprojekten – für Echtzeit-Transparenz über Produktionseffizienz und datengetriebene Optimierung.


Siehe auch: KPI-Dashboard, MES, Betriebsdatenerfassung (BDE), Echtzeit-Visualisierung, Predictive Maintenance

On-premise (auch: On-prem) bezeichnet den Betrieb von IT-Systemen und Software auf eigener Hardware in den eigenen Räumlichkeiten eines Unternehmens – im Gegensatz zu Cloud-gehosteten Lösungen. Der Betreiber ist selbst verantwortlich für Hardware, Betriebssystem, Updates, Backup und Sicherheit.


In der Prozessautomatisierung werden sicherheitskritische und latenzempfindliche Systeme (SPS, DCS, SCADA, Historian) traditionell On-premise betrieben – aus Gründen der Verfügbarkeit, Datensouveränität, Cybersicherheit und der spezifischen Anforderungen des OT-Netzwerks. Hybride Architekturen kombinieren On-premise-Kernsysteme mit Cloud-Diensten für Analytics, Reporting und Remote Monitoring.


Die cts Group realisiert sowohl reine On-premise-Architekturen als auch hybride IT/OT-Lösungen – je nach Anforderungen des Kunden an Datensouveränität, Konnektivität, Skalierbarkeit und regulatorische Compliance.


Siehe auch: Cloud Computing, Backend-Architektur, IEC 62443, Netzwerkarchitektur, OT

OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture) ist der führende plattformunabhängige Kommunikationsstandard für den sicheren und zuverlässigen Datenaustausch in der industriellen Automatisierung. Er wurde von der OPC Foundation entwickelt und ist als IEC 62541 international normiert. OPC UA verbindet Geräte, Steuerungen und Software verschiedenster Hersteller ohne proprietäre Abhängigkeiten.


OPC UA bietet: ein semantisches Informationsmodell (Objekte, Variablen, Methoden, Events), eingebaute Sicherheitsmechanismen (Authentifizierung, Verschlüsselung, Zertifikate), Publish-Subscribe-Kommunikation (OPC UA PubSub über MQTT/UDP) und herstellerunabhängige Companion Specifications für Branchen wie Pharma, Batch, Robotik und CNC. Es ist die technische Grundlage für Unified Namespace Architekturen und IIoT.


Die cts Group setzt OPC UA als Standardkommunikationsprotokoll in Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekten ein – für die sichere, standardisierte Datenkommunikation zwischen Feldebene, Steuerungsebene und IT-Systemen.


Siehe auch: MQTT, IIoT, Unified Namespace (UNS), Schnittstellen-Management, Industrial Data Fabric (IDF)


Ein OPC-Server ist eine Softwarekomponente, die Daten aus industriellen Steuerungssystemen (SPS, DCS) über das OPC-Protokoll (ursprünglich OLE for Process Control, heute OPC UA) für andere Applikationen zugänglich macht. Er übernimmt die Kommunikation mit dem Steuerungssystem und stellt die Daten in einem standardisierten Format bereit, das von SCADA-Systemen, Historian-Servern und Analytics-Tools gelesen werden kann.


Klassische OPC DA (Data Access)-Server basieren auf Windows COM/DCOM-Technologie und haben bekannte Sicherheits- und Netzwerkeinschränkungen. OPC UA-Server sind plattformunabhängig, sicher und zukunftsfähig. Viele moderne Steuerungssysteme integrieren OPC-UA-Server direkt in die SPS (z. B. Siemens TIA Portal mit integriertem OPC UA Server).

Die cts Group konfiguriert und integriert OPC-Server (klassisch und UA) als Kommunikationsbrücke zwischen Automatisierungsebene und übergeordneten IT-Systemen – für eine zuverlässige und standardisierte Datenversorgung von Historian, SCADA und MES.


Siehe auch: OPC UA, SCADA, Historisierung, Schnittstellen-Management, Leittechnik

OT (Operational Technology) bezeichnet die Hard- und Softwaresysteme, die physische Prozesse in der Industrie direkt steuern, überwachen und regeln – im Unterschied zur IT (Informationstechnologie), die Daten und Geschäftsprozesse verwaltet. Zur OT zählen: SPS, DCS, SCADA, HMI, Feldbusse, Frequenzumrichter, Sicherheitssteuerungen (SIS) und industrielle Netzwerke.


OT-Systeme haben andere Anforderungen als klassische IT: Echtzeitfähigkeit und Ausfallsicherheit haben absoluten Vorrang, Wartungsfenster sind selten und kurz, Systeme laufen oft 24/7 über viele Jahre. Mit der IT/OT-Konvergenz im Zuge von Industrie 4.0 wachsen beide Welten zusammen – was neue Chancen (Datennutzung, Remote-Monitoring) aber auch neue Risiken (Cybersicherheit) mit sich bringt.


Die cts Group verbindet OT-Kompetenz (EMSR, SPS, DCS, Leittechnik) mit IT-Know-how (Netzwerkarchitektur, Datenbanken, Cloud) – als integrierter Anbieter für die Konvergenz beider Welten in industriellen Digitalisierungsprojekten.


Siehe auch: IT, IEC 62443, Netzwerkarchitektur, SCADA, Leittechnik


Paperless Manufacturing (papierlose Fertigung) bezeichnet die vollständige oder weitgehende Ablösung papierbasierter Arbeitsanweisungen, Prüfprotokolle, Schichtberichte, Chargendokumentationen und Wartungsberichte durch digitale Systeme. Ziel ist die Steigerung von Datenverfügbarkeit, -qualität und -nachvollziehbarkeit bei gleichzeitiger Reduktion von Medienbrüchen und manuellem Aufwand.


Paperless Manufacturing wird durch MES-Systeme, digitale Schichtbücher, elektronische Chargenprotokolle (Electronic Batch Records), Tablet-basierte Arbeitsanweisungen und Online-Qualitätsprüfungen realisiert. In GMP-regulierten Umgebungen ersetzt Paperless Manufacturing die physische Chargendokumentation – mit entsprechenden CSV-Anforderungen, Audit Trail und elektronischen Signaturen nach EU Annex 11.


Die cts Group implementiert Paperless-Manufacturing-Lösungen als Bestandteil von MES- und Digitalisierungsprojekten – für eine nahtlose, durchgängig digitale Produktionsdokumentation in regulierten und nicht-regulierten Industrien.


Siehe auch: MES, GMP (Good Manufacturing Practice), Audit Trail, Schichtbücher, Batch-Prozess (Chargenprozess)


Paperless Processes (papierlose Prozesse) ist der übergeordnete Begriff für die Digitalisierung aller papierbasierten Abläufe in einem Unternehmen – über die Fertigung hinaus auch in Instandhaltung, Qualitätssicherung, Logistik, Engineering und Verwaltung. Ziel ist ein durchgängig digitaler Informationsfluss ohne Medienbrüche.


Konkrete Maßnahmen umfassen: digitale Wartungsaufträge und Prüfberichte (CMMS), elektronische Arbeitsfreigaben, digitale Messprotokolle (Kalibrierung), mobile Datenerfassung durch Tablets und Smartphones, elektronische Unterschriften sowie die Integration aller Systeme über standardisierte Schnittstellen. Paperless Processes erhöht Reaktionsgeschwindigkeit, Datentransparenz und Compliance-Sicherheit.


Die cts Group unterstützt Industrieunternehmen bei der Umsetzung papierloser Prozesse – von der Prozessanalyse und Systemauswahl über die Implementierung und Integration bis zu Schulung und Change Management.


Siehe auch: Paperless Manufacturing, MES, Audit Trail, Workflow Automation, Schichtbücher


Physical-to-Virtual (P2V) bezeichnet den Prozess der Überführung physischer Systeme – insbesondere von Steuerungscomputern, Engineering-Workstations und Servern – in virtuelle Maschinen (VMs), die auf virtualisierten Server-Plattformen (VMware, Hyper-V, Proxmox) betrieben werden. Dies ist ein verbreiteter Ansatz bei der Modernisierung von Legacy-Systemen in der Automatisierungstechnik.


Vorteile der Virtualisierung in OT-Umgebungen sind: geringere Hardware-Abhängigkeit (kein Obsoleszenz-Problem bei EOL-Hardware), einfacheres Backup und Disaster Recovery, zentrale Verwaltung mehrerer virtueller Systeme auf einer physischen Plattform sowie schnelleres Deployment neuer Systeme. Herausforderungen bestehen in der Sicherstellung von Echtzeiteigenschaften und der Netzwerklatenz.


Die cts Group setzt Physical-to-Virtual-Migrationen bei der Modernisierung industrieller IT/OT-Infrastrukturen ein – als kosteneffiziente Alternative zum vollständigen Hardware-Tausch und als Basis für langfristig wartbare Automatisierungsarchitekturen.


Siehe auch: Virtualisierung, Legacy Systeme, Anlagenmodernisierung (Retrofit), Ausfallsicherheit (Redundanz)

Predictive Maintenance (vorausschauende Instandhaltung) bezeichnet eine Instandhaltungsstrategie, bei der Wartungsmaßnahmen nicht nach festem Zeitplan (präventiv) oder erst nach Ausfall (reaktiv) durchgeführt werden, sondern dann, wenn Datenanalysen auf einen bevorstehenden Defekt hinweisen. Grundlage sind kontinuierlich erfasste Zustandsdaten (Schwingungen, Temperaturen, Drücke, Energieverbräuche) und darauf trainierte KI/ML-Modelle.


Predictive-Maintenance-Systeme nutzen: Condition-Monitoring-Sensoren an kritischen Maschinen, Historian-Systeme für die Datenspeicherung (Aveva PI, Aspentech Inmation), Machine-Learning-Modelle zur Anomalie- und Degradationserkennung sowie Dashboard-Oberflächen mit Alarmen und Handlungsempfehlungen für das Instandhaltungsteam. Der ROI liegt typischerweise in reduzierten ungeplanten Stillständen und optimierten Wartungskosten.


Die cts Group realisiert Predictive-Maintenance-Lösungen als Bestandteil von Digitalisierungs- und IIoT-Projekten – von der Sensor-Infrastruktur und Datenanbindung bis zum KI-Modell und Dashboard.


Siehe auch: KI-gestützte Prozessoptimierung, Advanced Analytics, Aveva PI, Asset Management, Zero Downtime Strategy


Ein Prozessleitsystem (PLS) – international als Distributed Control System (DCS) bezeichnet – ist ein verteiltes Steuerungs- und Überwachungssystem für großtechnische Prozessanlagen in der Chemie-, Pharma-, Energie-, Öl- & Gas- und Lebensmittelindustrie. Im Gegensatz zur SPS ist das DCS für die kontinuierliche Prozessführung mit tausenden von Messstellen und Regelkreisen ausgelegt.


Ein DCS besteht aus: verteilten Prozesscontrollern (Field Control Stations), einem redundanten Kommunikationsnetzwerk (System Bus), Engineering-Workstations, Operatorstationen (HMI) und einem zentralen Historian. Führende DCS-Hersteller sind Siemens (PCS 7, PCS neo), Emerson (DeltaV), ABB (System 800xA), Honeywell (Experion PKS) und Yokogawa (CENTUM VP).


Die cts Group ist erfahrener Systemintegrator für alle führenden DCS-Plattformen – von der Konzeptplanung und Hardwarekonfiguration über die Software-Programmierung und Inbetriebnahme bis zu Migrationen und langfristigem Service & Support.


Siehe auch: Leittechnik, SCADA, Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), Feldebene, EMSR-Technik


PSA (Persönliche Schutzausrüstung) bezeichnet alle Ausrüstungsgegenstände, die von Mitarbeitern getragen oder mitgeführt werden, um sie vor Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz zu schützen. In industriellen Anlagen umfasst PSA je nach Gefährdung: Schutzhelm, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz, Schutzbrille, Handschuhe, Schutzanzüge und Atemschutzgeräte.


Die Verpflichtung zur Bereitstellung und Nutzung von PSA ist in der EU durch die PSA-Benutzungsrichtlinie (89/656/EWG) sowie das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) geregelt. In explosionsgefährdeten Bereichen (EX-Zonen) kommen spezielle ATEX-konforme Schutzausrüstungen zum Einsatz. Die Anforderungen werden im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung und der Arbeitsfreigabe festgelegt.


Die cts Group stellt für alle Tätigkeiten in Industrieanlagen – insbesondere bei Inbetriebnahme, Montage und Servicearbeiten – sicher, dass Mitarbeiter mit der erforderlichen PSA ausgestattet sind und Sicherheitsvorschriften konsequent eingehalten werden.


Siehe auch: Arbeitsfreigabe, ATEX (Explosionsschutz), EX-Zonen, Inbetriebnahme


Pseudocode ist eine informelle, menschenlesbare Beschreibung eines Algorithmus oder einer Programmlogik, die die Struktur eines echten Programms wiedergibt, ohne an eine konkrete Programmiersprache gebunden zu sein. Er dient als Planungs- und Kommunikationswerkzeug zwischen Entwicklern, Fachingenieuren und Kunden – bevor der eigentliche Code geschrieben wird.


In der Automatisierungstechnik wird Pseudocode eingesetzt, um Ablaufsteuerungen, Regelstrategien oder Sicherheitslogiken zu beschreiben, bevor diese in IEC-61131-3-Sprachen (ST, FBS, SFC) oder in höheren Sprachen (C#, Python) implementiert werden. Er erleichtert das Code-Review und die Validierungsdokumentation in GMP-Projekten.


Die cts Group setzt Pseudocode als Planungswerkzeug in der Software-Entwicklung für Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekte ein – für eine klare, nachvollziehbare Spezifikation der Programmlogik als Basis für Implementierung und Abnahme.


Siehe auch: C# (C-Sharp), C++ (C-Plus-Plus), Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), Validierung, Framework

QoS (Quality of Service) bezeichnet Mechanismen in Kommunikationsnetzwerken und Übertragungsprotokollen, die sicherstellen, dass bestimmte Datenströme priorisiert, zuverlässig übertragen oder innerhalb definierter Latenzgrenzen zugestellt werden. In industriellen Netzwerken ist QoS essenziell für die Echtzeitkommunikation zwischen Steuerungen und zeitkritischen Applikationen.


Im MQTT-Protokoll definiert QoS drei Übertragungsgarantien: QoS 0 (at most once – keine Bestätigung), QoS 1 (at least once – mindestens einmal zugestellt, Duplikate möglich) und QoS 2 (exactly once – genau einmal, höchste Zuverlässigkeit). In industriellen IIoT-Anwendungen wird QoS 1 oder 2 für sicherheitsrelevante und qualitätsrelevante Datenpunkte empfohlen.


Die cts Group berücksichtigt QoS-Anforderungen bei der Auslegung industrieller Kommunikationsarchitekturen – sowohl auf Netzwerkebene (Ethernet-Priorisierung, TSN) als auch auf Protokollebene (MQTT-QoS, OPC UA).


Siehe auch: MQTT, Netzwerkarchitektur, OPC UA, IIoT, Ausfallsicherheit (Redundanz)


Qualitätssicherung (QS) bezeichnet alle geplanten und systematischen Maßnahmen, die sicherstellen, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung die definierten Qualitätsanforderungen erfüllt. Sie umfasst präventive Maßnahmen (Qualitätsplanung, Prozesssteuerung) ebenso wie prüfende Maßnahmen (Inspektion, Testen, Messen) und korrigierende Maßnahmen (Fehleranalyse, Abstellmaßnahmen).


In der Automatisierungstechnik ist QS auf mehreren Ebenen präsent: Qualitätssicherung im Engineering-Prozess (Reviews, Normenprüfung), im Schaltschrankbau (FAT, Prüfprotokolle), bei der Inbetriebnahme (SAT, Messkreisabnahme) sowie im laufenden Betrieb (Kalibrierung, Wartung). In regulierten Industrien ist QS durch GMP-Anforderungen formalisiert.


Die cts Group lebt Qualitätssicherung in allen Projektphasen – nach ISO 9001 zertifiziert und mit einem strukturierten Qualitätsmanagementsystem, das von der Anforderungsaufnahme bis zur Projektabnahme greift.


Siehe auch: Factory Acceptance Test (FAT), SAT-Checkliste, Audit, GMP (Good Manufacturing Practice), Validierung

Quellcode (englisch: Source Code) ist der in einer Programmiersprache geschriebene, für Menschen lesbare Text eines Computerprogramms. Er wird durch Compiler oder Interpreter in maschinenausführbaren Code übersetzt. In der Automatisierungstechnik umfasst Quellcode sowohl klassischen SPS-Code (IEC 61131-3) als auch Software in höheren Sprachen (C#, C++, Python, JavaScript).


Die Verwaltung von Quellcode in Versionskontrollsystemen (Git, SVN) ist Best Practice in der Softwareentwicklung und zunehmend auch in der SPS-Programmierung. Sie ermöglicht nachvollziehbare Änderungshistorie, kollaborative Entwicklung, Code-Reviews und den sicheren Rollback auf frühere Versionen. In GMP-validierten Systemen ist die Versionsverwaltung Teil des Change-Control-Prozesses.


Die cts Group verwaltet Quellcode für alle Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekte in professionellen Versionskontrollsystemen – für vollständige Transparenz, Reproduzierbarkeit und langfristige Wartbarkeit der entwickelten Lösungen.


Siehe auch: C# (C-Sharp), C++ (C-Plus-Plus), Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), Change Control, Validierung

Real-Time Data Processing (Echtzeit-Datenverarbeitung) bezeichnet die sofortige Verarbeitung von Daten in dem Moment, in dem sie entstehen – mit einer Latenz, die für die jeweilige Anwendung akzeptabel ist. In der Industrieautomatisierung bedeutet Echtzeit typischerweise Latenzzeiten im Millisekunden-Bereich für Steuerungsaufgaben und im Sekunden- bis Minuten-Bereich für Monitoring und Analytics.


Technologien für industrielle Real-Time Data Processing umfassen: SPS/DCS mit deterministischen Echtzeit-Betriebssystemen, Edge-Computing-Plattformen für lokale Vorverarbeitung, Stream-Processing-Frameworks (Apache Kafka, Apache Flink) für hochvolumige Datenströme sowie OPC UA PubSub und MQTT für die Echtzeitübertragung über Netzwerke.


Die cts Group implementiert Real-Time-Data-Processing-Architekturen für Anwendungen wie Echtzeit-OEE, Alarm-Management, Prozessregelung und Predictive Maintenance – mit sorgfältiger Auslegung der Latenzziele je Anwendungsfall.


Siehe auch: Edge Computing, Kafka, MQTT, OPC UA, Echtzeit-Visualisierung

REST-API (Representational State Transfer Application Programming Interface) ist ein weit verbreiteter Architekturstil für Web-Schnittstellen, der den standardisierten Datenaustausch zwischen Software-Systemen über HTTP ermöglicht. REST-APIs sind zustandslos, skalierbar und plattformunabhängig – sie sind der De-facto-Standard für die Integration moderner IT-Systeme.


In industriellen Digitalisierungsprojekten werden REST-APIs eingesetzt, um: MES-Daten an ERP-Systeme zu übertragen, Historian-Daten für Analytics-Applikationen bereitzustellen, Edge-Devices mit Cloud-Plattformen zu verbinden, und benutzerdefinierte Dashboards mit Produktionsdaten zu versorgen. Daten werden typischerweise im JSON-Format übertragen.


Die cts Group entwickelt REST-API-Schnittstellen als Bestandteil von Integrationsarchitekturen in Digitalisierungs- und MES-Projekten – für eine standardisierte, wartbare und sichere Datenkommunkation zwischen heterogenen Systemen.


Siehe auch: JSON, Schnittstellen-Management, Backend-Architektur, ETL-Tools, MES

Reverse Engineering bezeichnet die Analyse eines bestehenden Systems, Produkts oder einer Software mit dem Ziel, dessen Aufbau, Funktionsweise und Spezifikationen zu verstehen – ohne Zugang zur Original-Dokumentation. In der Automatisierungstechnik wird Reverse Engineering eingesetzt, wenn für bestehende Anlagen keine oder nur unvollständige Unterlagen vorliegen.


Typische Anwendungsfälle sind: Analyse von SPS-Programmen veralteter Legacy-Systeme für die Migration auf neue Plattformen, Rekonstruktion von R&I-Schemata und Stromlaufplänen für undokumentierte Anlagenteile sowie die Analyse proprietärer Kommunikationsprotokolle für die IIoT-Anbindung. Reverse Engineering ist oft der erste Schritt bei Brownfield-Modernisierungsprojekten.


Die cts Group führt Reverse-Engineering-Analysen als Teil von Anlagenbestandsaufnahmen und Modernisierungsprojekten durch – als Grundlage für eine sichere, fundierte Planung von Retrofit- und Migrationsmaßnahmen.


Siehe auch: Legacy Systeme, Brownfield Transformation, Anlagenmodernisierung (Retrofit), EMSR-Technik

Remote I/O (RIO) bezeichnet dezentrale Ein-/Ausgabe-Baugruppen, die räumlich von der zentralen Steuerung (SPS/PLC) entfernt im Feld montiert werden und über ein industrielles Feldbus- oder Ethernet-System (z. B. Profibus DP, Profinet, EtherNet/IP, Modbus TCP) mit der Steuerung kommunizieren.


Der Einsatz von Remote I/O reduziert den Verkabelungsaufwand erheblich: Anstatt jeden Sensor und Aktor mit einem langen Kabel bis zum zentralen Schaltschrank zu führen, werden die Signale vor Ort gesammelt, digitalisiert und über nur eine Kommunikationsleitung übertragen. Dies senkt Installationskosten, verbessert die Fehlerdiagnose und erhöht die Anlagenflexibilität.


Bei der cts Group werden Remote-I/O-Systeme gängiger Hersteller (z. B. Siemens ET200, Phönix Contact Axioline, Pepperl+Fuchs) in Automatisierungsprojekte integriert – auch in Ex-Zonen-gerechter Ausführung für explosionsgefährdete Bereiche.


Siehe auch:  EX-Zonen, Schaltschrank, Inbetriebnahme, MCC

ROI (Return on Investment) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Gewinn oder Nutzen einer Investition im Verhältnis zu den Investitionskosten ausdrückt: ROI = (Nettogewinn / Investitionskosten) × 100 %. Ein positiver ROI zeigt, dass die Investition sich wirtschaftlich rentiert; je höher der ROI, desto effizienter der Mitteleinsatz.


In industriellen Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekten ist der ROI das zentrale Entscheidungskriterium für Investitionen: Predictive Maintenance spart Stillstandskosten, APC-Systeme verbessern die Ausbeute, MES-Einführungen reduzieren manuelle Aufwände und Ausschuss, Energiemanagement-Systeme senken Energiekosten. Typische ROI-Zeiträume in der Prozessindustrie liegen zwischen 12 und 36 Monaten.


Die cts Group unterstützt Kunden bei der ROI-Berechnung für Automatisierungs- und Digitalisierungsinvestitionen – auf Basis von Referenzprojekten, Branchenbenchmarks und einer realistischen Potenzialanalyse.


Siehe auch: Yield Optimization, OEE, Predictive Maintenance, APC (Advanced Process Control), Zero Downtime Strategy

SAML (Security Assertion Markup Language) ist ein XML-basiertes Protokoll für den sicheren Austausch von Authentifizierungs- und Autorisierungsinformationen zwischen einem Identity Provider (IdP) und einem Service Provider (SP). Es ist die technische Grundlage für Single Sign-On (SSO) in Unternehmensumgebungen – ein Benutzer authentifiziert sich einmal und erhält Zugang zu mehreren Anwendungen.


In industriellen IT/OT-Umgebungen ermöglicht SAML die Integration von Web-basierten MES-, Historian- und Dashboard-Applikationen in das bestehende Active-Directory-basierte Identitätsmanagementsystem des Unternehmens. Benutzer melden sich mit ihren Windows-Anmeldedaten an – ohne separate Passwörter für jedes System. SAML ergänzt Multi-Faktor-Authentifizierung und User Access Management.


Die cts Group berücksichtigt SAML/SSO bei der Planung von User-Access-Management-Konzepten für industrielle Applikationslandschaften – für eine sichere, benutzerfreundliche und zentral administrierbare Zugriffsverwaltung.


Siehe auch: User Access Management, Active Directory, MFA, IEC 62443, Governance & Compliance

SAP ist das weltweit führende ERP-System (Enterprise Resource Planning) und bietet integrierte Softwarelösungen für alle wesentlichen Unternehmensprozesse: Finanzbuchhaltung, Controlling, Produktion (PP), Materialwirtschaft (MM), Vertrieb (SD), Qualitätsmanagement (QM) und Instandhaltung (PM). In der Prozess- und Fertigungsindustrie ist SAP das dominierende ERP-System.


Die Integration von SAP mit der Produktionsebene (MES, SCADA, Historian) nach ISA-95 ist ein zentrales Digitalisierungsthema: Produktionsaufträge werden aus SAP PP an das MES übergeben, Produktionsergebnisse, Materialverbräuche (Warenbewegungen) und Qualitätsdaten fließen zurück nach SAP. Schnittstellen werden über SAP PI/PO, SAP Integration Suite oder REST-APIs realisiert.


Die cts Group realisiert SAP/MES- und SAP/Shopfloor-Integrationen als Teil von Digitalisierungs- und MES-Implementierungsprojekten – mit Erfahrung in der Entwicklung und dem Test von Schnittstellen für verschiedene SAP-Versionen (SAP ECC, SAP S/4HANA).


Siehe auch: ERP, MES, ISA-95, REST-API, Schnittstellen-Management

Die SAT-Checkliste (Site Acceptance Test) ist ein strukturiertes Prüfdokument, das bei der Inbetriebnahme einer Anlage oder eines Automatisierungssystems vor Ort beim Betreiber eingesetzt wird. Sie stellt sicher, dass alle relevanten Prüfschritte systematisch abgearbeitet, dokumentiert und vom Betreiber abgenommen werden.


Typische Inhalte einer SAT-Checkliste sind: mechanische Installationsprüfung, elektrische Anschluss- und Verdrahtungsprüfung, Funktionstest aller Ein- und Ausgangssignale, Regelkreistests, Alarmierungsfunktionstests sowie Verifikation gegen die FAT-Ergebnisse.


Die SAT-Checkliste ist der finale Qualitätsnachweis vor der Übergabe der Anlage an den Betreiber. Bei der cts Group wird sie projektspezifisch erstellt und bildet gemeinsam mit dem FAT-Protokoll die vollständige Abnahmedokumentation des Projekts.


Siehe auch: Factory Acceptance Test (FAT), Inbetriebnahme, Audit

SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition) bezeichnet ein übergeordnetes Steuerungs- und Überwachungssystem, das Prozessdaten von verteilten Anlagen oder Geräten (über RTUs, SPSen, Feldgeräte) erfasst, in Echtzeit visualisiert und die Möglichkeit zur manuellen oder automatisierten Steuerung und Regelung bietet. SCADA wird eingesetzt in: Versorgungsinfrastruktur (Wasser, Strom, Gas), Öl- & Gas-Pipelines, Kraftwerken und verteilten Industrieanlagen.


Im Unterschied zum DCS (Distributed Control System), das für kontinuierliche Prozesse in einer Anlage ausgelegt ist, überwacht SCADA typischerweise geografisch verteilte Systeme mit geringerer Steuerungstiefe aber höherer Reichweite. Moderne SCADA-Systeme sind webbasiert, skalierbar und bieten offene Schnittstellen (OPC UA, REST). Führende Produkte sind Siemens WinCC, Wonderware (AVEVA System Platform) und Ignition (Inductive Automation).


Die cts Group implementiert und modernisiert SCADA-Systeme für die Prozess- und Energietechnik – von der Systemauswahl und dem Screen-Design bis zur Historian-Integration und Cybersicherheitsabsicherung.


Siehe auch: Prozessleitsystem (PLS), Leittechnik, Echtzeit-Visualisierung, OPC UA, Alarmmanagement


Eine Schaltanlage ist eine komplexe elektrotechnische Einheit, die Komponenten zur Schaltung, Steuerung, Messung und zum Schutz elektrischer Anlagen zusammenfasst. Sie wird in der Industrie eingesetzt, um elektrische Energie sicher zu verteilen und Maschinen, Anlagen sowie Prozesse zu steuern.


In der Prozessautomatisierung bildet die Schaltanlage das Herzstück der elektrischen Infrastruktur – von der Mittelspannungsverteilung bis zur Steuerung einzelner Antriebe. Typische Ausführungen sind Nieder- und Mittelspannungsschaltanlagen, die nach den Normen IEC 61439 bzw. DIN EN 61439 gefertigt werden.


Bei der cts Group werden Schaltanlagen im eigenen Engineering entwickelt, geprüft und vor der Auslieferung einem Factory Acceptance Test (FAT) unterzogen.


Siehe auch: Schaltschrank, MCC, DIN EN 61439, Factory Acceptance Test (FAT)

Der Schaltschrank (auch: Steuerschrank oder Verteilerschrank) ist ein geschlossenes Gehäuse, das elektrische und elektronische Betriebsmittel wie Leistungsschalter, Sicherungen, Reihenklemmen, SPS-Module und Frequenzumrichter aufnimmt und schützt. Er ist das zentrale Bindeglied zwischen der Steuerungsebene und der Feldebene in industriellen Anlagen.


Schaltschränke werden nach DIN EN 61439 konstruiert und müssen hinsichtlich Schutzart (IP-Klasse), Kurzschlussfestigkeit und thermischem Verhalten geprüft sein. Der Aufbau erfolgt häufig auf Basis von EPLAN-Plänen, die eine konsistente Dokumentation und schnelle Fehlersuche im Betrieb ermöglichen.


Die cts Group plant, konstruiert und baut Schaltschränke für eine Vielzahl von Branchen – von der Lebensmittelindustrie bis zur Chemie – und übernimmt auch den internationalen Einsatz mit Zertifizierungen wie UL, CSA oder EAC.


Siehe auch: Schaltanlage, EPLAN, DIN EN 61439, UL, CSA, EAC


Digitale Schichtbücher ersetzen das klassische papierbasierte Schichtbuch durch eine strukturierte, softwaregestützte Lösung zur Dokumentation von Schichtereignissen, Übergabeinformationen, Störungsmeldungen, Wartungsmaßnahmen und Prozessbesonderheiten. Sie sind ein zentrales Instrument der Betriebsführung in Produktionsanlagen.


Vorteile digitaler Schichtbücher gegenüber Papierlösungen: sofortige Durchsuchbarkeit, standortübergreifende Verfügbarkeit, automatische Verknüpfung mit Prozessalarmen und OEE-Daten, rollenbasierter Zugriff, Audit-Trail-Konformität und einfache Integration in MES-Systeme. In GMP-Umgebungen müssen digitale Schichtbücher validiert sein und elektronische Signaturen unterstützen.


Die cts Group implementiert digitale Schichtbuchlösungen als Bestandteil von Paperless-Manufacturing- und MES-Projekten – für eine moderne, effiziente und compliance-sichere Schichtdokumentation in der Prozess- und Fertigungsindustrie.


Siehe auch: Paperless Manufacturing, MES, Audit Trail, GMP (Good Manufacturing Practice), OEE

Schnittstellen-Management bezeichnet die systematische Planung, Spezifikation, Implementierung, Dokumentation und Überwachung aller Datenaustauschpunkte zwischen verschiedenen Systemen, Modulen oder Organisationseinheiten in einem Automatisierungs- oder Digitalisierungsprojekt. Es stellt sicher, dass Schnittstellen vollständig, korrekt, sicher und wartbar realisiert werden.


In großen Integrationsprojekten (MES/ERP, DCS/Historian, SCADA/Cloud) ist Schnittstellen-Management eine eigenständige Disziplin: Es umfasst die Erstellung von Interface-Control-Dokumenten (ICD), die Definition von Datenformaten (JSON, XML, OPC UA), die Festlegung von Übertragungsprotokollen (REST, MQTT, OPC UA) und die Koordination zwischen den beteiligten Systemverantwortlichen.


Die cts Group übernimmt Schnittstellen-Management in komplexen Integrationsprojekten – als zentraler Koordinator zwischen Automatisierungssystemen, IT-Systemen und Drittanbieter-Software.


Siehe auch: REST-API, OPC UA, MQTT, JSON, XML

Shopfloor bezeichnet die eigentliche Produktionsebene eines Industrieunternehmens – also den Bereich, in dem physische Wertschöpfung stattfindet: Maschinen, Anlagen, Produktionslinien, Montagebereiche und die dort eingesetzten Arbeiter und Automatisierungssysteme. Der Begriff betont den direkten Bezug zur operativen Produktion im Gegensatz zu Büro- und Managementebenen.


In der Digitalisierung ist „Shopfloor-to-Topfloor"-Konnektivität das Schlüsselthema: Produktionsdaten vom Shopfloor (Maschinen, SPS, SCADA) werden in Echtzeit an übergeordnete IT-Systeme (MES, ERP, Analytics) übertragen und dort ausgewertet. Shopfloor-Mitarbeiter profitieren von digitalen Schichtbüchern, Tablet-Anweisungen (Paperless Manufacturing) und Echtzeit-KPI-Dashboards direkt am Arbeitsplatz.


Die cts Group verbindet Shopfloor-Automatisierungskompetenz (SPS, DCS, EMSR) mit digitalen Lösungen für die Shopfloor-Transparenz – als Partner für die durchgängige Digitalisierung von der Feldebene bis zur Unternehmensleitung.


Siehe auch: MES, ERP, Digitale Produktion, Echtzeit-Visualisierung, Betriebsdatenerfassung (BDE)

SIL (Safety Integrity Level) ist ein Maß für die Zuverlässigkeit und Risikominderung einer sicherheitsgerichteten Funktion (Safety Instrumented Function, SIF) gemäß der Norm IEC 61508 und IEC 61511 (Prozessautomatisierung). SIL wird in vier Stufen eingeteilt (SIL 1 bis SIL 4), wobei höhere SIL-Stufen eine geringere Versagenswahrscheinlichkeit erfordern.


Die SIL-Einstufung einer Sicherheitsfunktion ergibt sich aus der Risikoanalyse (z. B. HAZOP) und gibt vor, welche Anforderungen an Hardware (Ausfallraten, Redundanz), Software (Entwicklungsmethodik, Tests) und Betrieb (Testintervalle, Instandhaltung) gestellt werden. SIL-Anforderungen gelten für Sensoren, Logikeinheiten (Safety-PLC) und Aktoren als gesamtes Safety Instrumented System (SIS).


Die cts Group plant und realisiert SIL-gerechte Sicherheitssteuerungen – von der SIL-Verifikation nach IEC 61511 über die Auswahl zertifizierter Komponenten bis zur funktionalen Sicherheitsprüfung und Dokumentation.


Siehe auch: HAZOP-Analyse, Ausfallsicherheit (Redundanz), Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), ATEX (Explosionsschutz)

SIMATIC ist die führende Produktfamilie der Siemens AG für Automatisierungstechnik – umfassend speicherprogrammierbare Steuerungen (S7-300, S7-400, S7-1200, S7-1500), Prozessleitsysteme (PCS 7, PCS neo), HMI-Systeme (Comfort Panels, WinCC), Frequenzumrichter (SINAMICS), Safety-SPSen (Fail-safe) und Engineering-Software (TIA Portal, STEP 7). SIMATIC ist in der europäischen Industrie Marktführer.


Das TIA Portal (Totally Integrated Automation) ist die integrierte Engineering-Umgebung für SIMATIC, in der SPS-Programmierung, HMI-Konfiguration, Netzwerkprojektierung und Safety-Engineering zentral und konsistent durchgeführt werden. SIMATIC-Systeme unterstützen OPC UA nativ und sind vollständig in IIoT- und Digitalisierungsarchitekturen integrierbar.


Die cts Group ist zertifizierter Siemens-Partner und verfügt über jahrelange Erfahrung in der Programmierung, Konfiguration und Inbetriebnahme aller SIMATIC-Generationen – von der S5-Migration über S7-Projekte bis zu aktuellen TIA-Portal-Implementierungen.


Siehe auch: Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), Prozessleitsystem (PLS), SCADA, EMSR-Technik

SIMOPS (Simultaneous Operations) bezeichnet das gleichzeitige Durchführen mehrerer potenziell interferierender Betriebsaktivitäten in oder an einer Anlage – z. B. laufende Produktion während gleichzeitiger Wartungsarbeiten, Inbetriebnahme neuer Anlagenteile bei weiterhin aktiven Nachbarbereichen oder Bautätigkeiten neben Betriebsanlagen. SIMOPS erfordert ein strukturiertes Risikomanagement.


In der Öl- & Gas- und Prozessindustrie ist SIMOPS ein etabliertes Konzept: Es umfasst strukturierte Risikobewertung, Koordination der beteiligten Parteien, klare Kommunikationswege, Arbeitsfreigabe-Systeme (Permit-to-Work) und Notfallpläne. Ohne sorgfältiges SIMOPS-Management können Wechselwirkungen zwischen parallelen Aktivitäten zu Unfällen oder Produktionsstörungen führen.


Die cts Group berücksichtigt SIMOPS-Anforderungen in der Projektplanung und Inbetriebnahme – insbesondere bei Modernisierungen und Erweiterungen laufender Anlagen, wo koordiniertes Arbeiten unter Betrieb unverzichtbar ist.


Siehe auch: Arbeitsfreigabe, Inbetriebnahme, Anlagenmodernisierung (Retrofit), HAZOP-Analyse

Ein Single Point of Failure (SPOF) ist eine Komponente in einem System, deren Ausfall zum vollständigen Versagen des gesamten Systems oder einer kritischen Funktion führt – weil keine Redundanz oder Ausweichmöglichkeit vorhanden ist. Die Identifikation und Eliminierung von SPOFs ist ein zentrales Ziel des Zuverlässigkeitsengineerings und der Risikoanalyse.


In Automatisierungsarchitekturen sind typische SPOFs: einzelne SPS-CPUs ohne Hot-Standby, nicht-redundante Netzwerk-Switches auf der Steuerungsebene, einzelne Stromversorgungen für kritische Systeme sowie alleinstehende Kommunikationsserver ohne Failover. Die Analyse erfolgt häufig im Rahmen von HAZOP, FMEA (Failure Mode and Effects Analysis) oder SIL-Bewertungen.


Die cts Group analysiert SPOFs systematisch in der Projektplanung und eliminiert sie durch gezielte Redundanzmaßnahmen in Hardware, Netzwerk und Software – abgestimmt auf die Verfügbarkeitsanforderungen und das Risikoprofil der jeweiligen Anlage.


Siehe auch: Ausfallsicherheit (Redundanz), SIL (Safety Integrity Level), Netzwerkarchitektur, HAZOP-Analyse

Single Source of Truth (SSOT) bezeichnet das Prinzip, dass jede Information in einem Unternehmen oder System an genau einem maßgeblichen Ort gespeichert und von dort aus konsistent genutzt wird – anstatt in mehreren, potenziell widersprüchlichen Kopien zu existieren. SSOT verhindert Dateninkonsistenzen und ist ein Kernziel moderner Datenarchitekturen.


In industriellen Digitalisierungsprojekten wird SSOT für Produktionsdaten durch Unified-Namespace-Architekturen und Industrial-Data-Fabric-Konzepte angestrebt: Alle Systeme beziehen ihre Daten aus einer gemeinsamen, autoritativen Quelle – sei es ein Historian, ein MES oder ein Data Hub. Für Stammdaten (Materialnummern, Betriebsmittelkennzeichnungen) gilt das ERP als SSOT.


Die cts Group berücksichtigt SSOT als Designprinzip bei der Architektur von Datenpipelines und Integrationsprojekten – für konsistente, verlässliche Daten als Grundlage für Entscheidungen und Analytics.


Siehe auch: Unified Namespace (UNS), Industrial Data Fabric (IDF), Datenkonsolidierung, Data Hub, ERP

Eine Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) – international: Programmable Logic Controller (PLC) – ist ein industrielles Steuerungsgerät, das in seinem Speicher hinterlegte Programme ausführt, um Maschinen und Anlagen zu steuern. Sie liest zyklisch Eingangssignale (Sensoren, Schalter), verarbeitet diese nach der Steuerungslogik und gibt Ausgangssignale an Aktoren (Motoren, Ventile) aus.


SPS-Programme werden nach IEC 61131-3 in standardisierten Sprachen erstellt: Kontaktplan (KOP/LAD), Funktionsbausteinsprache (FBS/FBD), Anweisungsliste (AWL/IL), Strukturierter Text (ST) und Ablaufsprache (AS/SFC). Moderne SPSen bieten: deterministische Echtzeit, Feldbusintegration, Safety-Funktionen, integrierte OPC-UA-Server und hohe Rechenleistung für komplexe Algorithmen.


Die cts Group programmiert und inbetriebnimmt SPSen aller führenden Hersteller – Siemens SIMATIC, Rockwell Allen-Bradley, Beckhoff, Schneider Electric, ABB – für Automatisierungsaufgaben in der Prozess- und Fertigungsindustrie.


Siehe auch: Controller, SIMATIC, Prozessleitsystem (PLS), Feldebene, EMSR-Technik

SQL-Datenbanken (Structured Query Language) sind relationale Datenbankmanagementsysteme (RDBMS), die Daten in strukturierten Tabellen mit definierten Schemata speichern und über die Abfragesprache SQL abrufen und manipulieren. Sie sind der klassische Standard für transaktionale Datenspeicherung in Unternehmensanwendungen.


In industriellen Digitalisierungsprojekten werden SQL-Datenbanken eingesetzt für: MES-Produktionsdatenbanken, Qualitätsmanagementsysteme, Asset-Management-Datenbanken, LIMS sowie als Backend für Berichts- und Dashboard-Applikationen. Führende SQL-Systeme in der Industrie sind Microsoft SQL Server, Oracle Database, PostgreSQL und MySQL. Sie ergänzen spezialisierte Historian-Systeme (Zeitreihendaten) und NoSQL-Datenbanken.


Die cts Group nutzt SQL-Datenbanken als zentralen Datenspeicher in MES- und Backend-Applikationsentwicklungen – mit fundiertem Know-how in Datenbankdesign, Performance-Optimierung und Integration in Automatisierungsarchitekturen.


Siehe auch: NoSQL-Datenbanken, MongoDB, ETL-Tools, Backend-Architektur, MES

Tracking & Tracing bezeichnet die lückenlose Verfolgung und Rückverfolgbarkeit von Produkten, Materialien und Chargen entlang des gesamten Produktions- und Lieferprozesses. Tracking meint die Echtzeit-Ortung und Statusverfolgung (vorwärts); Tracing die rückwirkende Rekonstruktion des Produktwegs (rückwärts).


In der Industrie ist Tracking & Tracing gesetzlich vorgeschrieben (z. B. in der Pharmaindustrie für serialisierte Medikamente, in der Lebensmittelindustrie nach EU-Basisverordnung 178/2002) und technisch über MES, Barcode-/RFID-Systeme und Blockchain-Lösungen realisiert. Ein vollständiges Tracing ermöglicht gezielte Produktrückrufe und lückenlose Behördennachweise.


Die cts Group implementiert Tracking-&-Tracing-Funktionen im Rahmen von MES-Einführungen und Batch-Automatisierungsprojekten – für GMP-konforme Rückverfolgbarkeit in der Pharma-, Lebensmittel- und Chemieindustrie.


Siehe auch: Charge (Batch), GMP (Good Manufacturing Practice), MES, Audit Trail, Batch-Systeme

Digital Twin (digitaler Zwilling) ist eine digitale Repräsentation eines physischen Objekts, Systems oder Prozesses, die nicht nur Istzustandsdaten abbildet (wie der digitale Schatten), sondern auch simuliert, Vorhersagen trifft und in beide Richtungen mit dem physischen Objekt interagiert. Ein vollständiger digitaler Zwilling kann genutzt werden, um Szenarien zu simulieren, Optimierungen zu testen und Erkenntnisse zurück in den realen Prozess zu spielen.


In der Prozessindustrie werden digitale Zwillinge eingesetzt für: Prozesssimulation und -optimierung (Verfahrenssimulation auf Basis realer Betriebsdaten), Predictive Maintenance (Degradationsmodelle), virtuelle Inbetriebnahme (Offline-Test von Steuerungssoftware) und Operator-Training (Schulung an der virtuellen Anlage). Technologisch basieren digitale Zwillinge auf Historian-Daten, physikbasierten Modellen und KI/ML-Modellen.


Die cts Group entwickelt digitale Zwillinge als Teil fortgeschrittener Digitalisierungsprojekte – insbesondere für virtuelle Inbetriebnahme und Prozessoptimierung in der Prozess- und Fertigungsindustrie.


Siehe auch: Digitaler Schatten, Predictive Maintenance, KI-gestützte Prozessoptimierung, Aveva PI, Industrie 4.0

UL (Underwriters Laboratories) ist eine US-amerikanische Zertifizierungsorganisation, die elektrische und elektronische Produkte auf Sicherheit prüft und zertifiziert. Das UL-Listing oder UL-Marking ist in Nordamerika (USA, Kanada) oft Voraussetzung für den Marktzugang und wird von Behörden, Versicherern und Großabnehmern gefordert.


Für Schaltschränke und Schaltanlagen ist insbesondere der Standard UL 508A (Industrial Control Panels) relevant. Er definiert Anforderungen an Konstruktion, Verdrahtung, Schutz und Kennzeichnung von industriellen Steuerungstafeln – vergleichbar mit DIN EN 61439 für den europäischen Markt.


Die cts Group bietet Schaltschränke und Steuerungssysteme mit UL-Zertifizierung für den nordamerikanischen Markt an – als Teil des internationalen Portfolios, das auch CSA- und EAC-Zulassungen umfasst.


Siehe auch: CSA, EAC, Schaltschrank, DIN EN 61439, IEC 61439

Unified Namespace (UNS) ist ein modernes Architekturkonzept für die industrielle Datenkommunikation, bei dem alle Daten aus Maschinen, Anlagen, Steuerungen, MES, ERP und Sensoren in einem einzigen, hierarchisch strukturierten, semantisch angereicherten Datenraum zusammengeführt werden. Alle Systeme kommunizieren mit diesem zentralen Namespace – nicht bilateral miteinander. MQTT-Broker (z. B. HiveMQ) oder OPC UA-Server dienen als technische Basis.


Der UNS löst das Problem gewachsener Punkt-zu-Punkt-Integrationen und Insellösungen: Anstatt n × (n-1) Verbindungen zwischen n Systemen zu verwalten, verbindet sich jedes System einmalig mit dem UNS. Neue Systeme können ohne Anpassung bestehender Verbindungen integriert werden – maximale Flexibilität und Skalierbarkeit.


Die cts Group implementiert Unified-Namespace-Architekturen als zukunftsorientiertes Fundament für industrielle Digitalisierungsprojekte – als skalierbare, herstellerunabhängige Alternative zu proprietären Integrationsarchitekturen.


Siehe auch: MQTT, OPC UA, Industrial Data Fabric (IDF), Data Hub, Insellösung

Root Cause Analysis (RCA) – auf Deutsch: Ursachenanalyse oder Ursachenerkennung – bezeichnet eine strukturierte Methode zur Identifikation der grundlegenden Ursache eines Problems oder Fehlers, anstatt nur Symptome zu behandeln. Erst die Beseitigung der Wurzelursache verhindert das erneute Auftreten des Problems.


Gängige RCA-Methoden in der Industrie sind: 5-Why-Methode (iteratives Warum-Fragen), Fishbone-Diagramm (Ishikawa), Fault Tree Analysis (FTA) und FMEA (Failure Mode and Effects Analysis). In der Prozessautomatisierung unterstützen Historian-Daten (Aveva PI, IP.21), Alarm-Logs und Audit Trails die datenbasierte RCA durch lückenlose Ereignisrekonstruktion.


Die cts Group unterstützt Betreiber bei der systematischen Ursachenanalyse von Anlagenausfällen, Qualitätsproblemen und Prozessstörungen – auf Basis strukturierter Methodik und der Auswertung historisierter Betriebsdaten.


Siehe auch: Alarmmanagement, Audit Trail, Historisierung, Aveva PI, Asset Management

User Access Management (UAM) bezeichnet die Verwaltung von Benutzeridentitäten, Zugriffsrechten und Berechtigungen in IT- und OT-Systemen. Es stellt sicher, dass jeder Benutzer nur auf die Ressourcen zugreifen kann, die er für seine Aufgaben benötigt (Prinzip der minimalen Rechte – Least Privilege), und dass Zugriffsrechte dokumentiert, überprüft und bei Bedarf entzogen werden.


In GMP-regulierten und industriellen Umgebungen ist UAM nach EU Annex 11, FDA 21 CFR Part 11 und IEC 62443 obligatorisch. Es umfasst: rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC), Benutzerregistrierung und -löschung, periodische Zugriffsreviews, Passwortrichtlinien, Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und lückenlose Audit-Trail-Protokollierung aller Zugriffsaktionen.


Die cts Group implementiert UAM-Konzepte für industrielle Applikationslandschaften – von der Active-Directory-Integration über rollenbasierte Berechtigungskonzepte bis zur UAM-Validierung in GMP-Projekten.


Siehe auch: Active Directory, MFA, SAML, IEC 62443, Audit Trail

Validierung bezeichnet den dokumentierten Nachweis, dass ein Prozess, ein System oder ein Verfahren konsistent Ergebnisse liefert, die vorab definierten Spezifikationen und Qualitätskriterien entsprechen. Im GMP-Umfeld ist Validierung gesetzlich vorgeschrieben und umfasst Prozessvalidierung (Herstellungsprozesse), Reinigungsvalidierung (CIP/SIP), Methodenvalidierung (Analysenverfahren) und Computer-System-Validierung (CSV).


Validierung folgt einem risikobasierten Ansatz nach GAMP 5: Je höher das Risiko eines Systems für die Produktqualität oder Patientensicherheit, desto umfangreicher die Validierungsaktivitäten. Validierungsdokumente umfassen: Validierungsplan, Risikoanalyse, IQ/OQ/PQ-Protokolle, Zusammenfassungsbericht und laufende Kontrolldokumentation.


Die cts Group begleitet Validierungsprojekte von der Anforderungsanalyse über die Testdurchführung bis zur finalen Dokumentation – als erfahrener Partner für regulierte Industrien mit einem tiefen Verständnis für GMP- und CSV-Anforderungen.


Siehe auch: Computer-System-Validierung (CSV), GMP (Good Manufacturing Practice), GxP, Anlagenqualifizierung, Change Control


Der VDE – Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. – ist der führende deutsche Fachverband für Elektrotechnik und Elektronik. Er entwickelt und veröffentlicht technische Normen (VDE-Vorschriften), die in Deutschland und Europa weitreichende Gültigkeit besitzen und häufig mit DIN- oder EN-Normen harmonisiert sind.


VDE-Normen decken ein breites Spektrum ab: von der Niederspannungsinstallation (VDE 0100) über Schaltgeräte und Schaltanlagen (VDE 0660 / DIN EN 61439) bis zur funktionalen Sicherheit und zur Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). Die Einhaltung von VDE-Vorschriften ist in Deutschland gesetzlich relevant und oft Voraussetzung für Versicherungsschutz und Betriebsgenehmigungen.


Bei der cts Group bilden VDE-Normen die technische Grundlage für das Engineering, den Schaltschrankbau und die Prüfprozesse – ergänzt durch internationale Normen wie IEC 61439 oder UL/CSA für den Einsatz außerhalb Europas.


Siehe auch: DIN EN 61439, IEC 61439, DIN EN 60204-1, UL, CSA

Vertikale Integration bezeichnet die Verknüpfung der verschiedenen Ebenen der Automationspyramide – von der Feldebene (Sensoren, Aktoren) über die Steuerungsebene (SPS, DCS), die Prozessleitebene (SCADA, Historian) und die Betriebsleitebene (MES) bis zur Unternehmensebene (ERP) – durch durchgängige Datenflüsse und standardisierte Schnittstellen.


Vertikale Integration ist ein Kernprinzip von Industrie 4.0 und ermöglicht: Echtzeit-Transparenz vom Shopfloor bis zur Unternehmensführung, automatisierte Produktionsauftragssteuerung aus dem ERP, bidirektionale Datenflüsse (Befehle top-down, Rückmeldungen bottom-up) sowie eine konsistente Datenbasis für Analytics und Entscheidungsunterstützung. Technisch erfolgt sie über ISA-95-konforme Schnittstellen, OPC UA und REST-APIs.


Die cts Group realisiert vertikale Integration als durchgängiges Konzept in Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekten – von der Feldgeräteebene bis zur ERP-Schnittstelle in einem einzigen, integrierten Lösungsansatz.


Siehe auch: Horizontale Integration, ISA-95, MES, ERP, Automationspyramide

Virtualisierung bezeichnet die Abstraktion von physischer Hardware durch Software – sodass auf einem physischen Server mehrere virtuelle Maschinen (VMs) mit eigenen Betriebssystemen und Anwendungen gleichzeitig und isoliert betrieben werden können. Hypervisor-Software (VMware ESXi, Microsoft Hyper-V, KVM) verwaltet die Ressourcenteilung zwischen den VMs.


In industriellen OT-Umgebungen wird Virtualisierung für: Konsolidierung von Steuerungscomputern und SCADA-Servern auf zentraler Hardware, Vereinfachung von Backup und Disaster Recovery (VM-Snapshots), Elimination von Hardware-Obsoleszenz-Problemen (Legacy-Betriebssysteme in VMs) sowie flexibles Deployment neuer Systeme eingesetzt. Herausforderungen bestehen in der Gewährleistung von Echtzeiteigenschaften.


Die cts Group implementiert Virtualisierungslösungen in industriellen IT/OT-Infrastrukturen – als Teil von Modernisierungs- und Konsolidierungsprojekten für eine zukunftssichere, wartungsarme Server-Infrastruktur.


Siehe auch: Physical-to-Virtual, Legacy Systeme, Ausfallsicherheit (Redundanz), Netzwerkarchitektur, On-premise

Ein VLAN (Virtual Local Area Network) ist eine logische Netzwerksegmentierung, die unabhängig von der physischen Netzwerkstruktur verschiedene Netzwerkbereiche voneinander trennt. VLANs ermöglichen es, auf einer gemeinsamen physischen Infrastruktur mehrere isolierte Netzwerksegmente zu betreiben – ohne separate Kabel oder Switches pro Segment.


In industriellen Netzwerkarchitekturen sind VLANs ein grundlegendes Werkzeug der Defense-in-Depth-Strategie nach IEC 62443: Die Trennung von Feldbusnetzwerken, Steuerungsnetzwerken, Engineering-Netzwerken, SCADA/Historian-Netzwerken und dem IT-Unternehmensnetzwerk in separate VLANs begrenzt die Ausbreitung von Netzwerkausfällen und Cyberangriffen.


Die cts Group plant VLAN-Architekturen als festen Bestandteil industrieller Netzwerkprojekte – in Abstimmung mit Cybersicherheitsanforderungen (IEC 62443), Performance-Anforderungen der Automatisierungssysteme und den IT-Standards des Betreibers.


Siehe auch: Netzwerkarchitektur, IEC 62443, VPN, OT, IT

Ein VPN (Virtual Private Network) ist eine verschlüsselte, gesicherte Netzwerkverbindung über ein öffentliches Netzwerk (z. B. Internet), die einen sicheren Fernzugriff auf interne Netzwerke oder die vertrauliche Kommunikation zwischen Standorten ermöglicht. VPNs sind Standard für den sicheren Remote-Zugriff auf industrielle Steuerungssysteme und OT-Netzwerke.


In der Automatisierungstechnik wird VPN eingesetzt für: sicherer Fernzugriff von Service-Technikern auf SCADA-, SPS- und DCS-Systeme (Remote Maintenance), standortübergreifende Verbindung von Produktionsnetzwerken sowie die sichere Anbindung von Cloud-Diensten an OT-Netzwerke. IEC 62443 empfiehlt VPN als eine der wesentlichen Schutzmaßnahmen für industrielle Kommunikation.


Die cts Group implementiert und betreut VPN-Infrastrukturen für industrielle Fernzugriffsszenarien – mit strengem Fokus auf Sicherheit (MFA, Zertifikate, Zugriffsprotokolle) und Compliance mit IEC 62443 und branchenspezifischen Sicherheitsrichtlinien.


Siehe auch: Netzwerkarchitektur, IEC 62443, VLAN, MFA, OT

Wartungsmanagement bezeichnet die systematische Planung, Steuerung, Durchführung und Dokumentation aller Instandhaltungsmaßnahmen an Maschinen, Anlagen und technischen Systemen. Ziel ist die Maximierung der Anlagenverfügbarkeit bei optimierten Kosten und unter Einhaltung von Sicherheits- und Qualitätsanforderungen.


Modernes Wartungsmanagement unterscheidet zwischen: korrektiver Instandhaltung (Reparatur nach Ausfall), präventiver Instandhaltung (zeitbasiert), zustandsbasierter Wartung (Condition-Based Maintenance – basierend auf Diagnosedaten) und Predictive Maintenance (KI/ML-basiert). Es wird softwaregestützt durch CMMS (Computerized Maintenance Management Systems) wie SAP PM, IBM Maximo oder Ultimo realisiert.


Die cts Group unterstützt Betreiber im Aufbau strukturierter Wartungsmanagement-Konzepte – von der Asset-Inventarisierung und Wartungsplanung über die CMMS-Integration bis zur Verknüpfung mit Historian-Daten für Condition-Based und Predictive Maintenance.


Siehe auch: Asset Management, Predictive Maintenance, Zero Downtime Strategy, Betriebsdatenerfassung (BDE)

Workflow Automation bezeichnet die automatisierte Ausführung wiederkehrender Geschäfts- und Produktionsprozesse durch Software – ohne manuelle Eingriffe an den einzelnen Prozessschritten. Auslöser können zeitbasiert, ereignisbasiert oder regelbasiert sein. Ziel ist die Steigerung von Effizienz, Konsistenz und Nachvollziehbarkeit in operativen Abläufen.


In industriellen Umgebungen wird Workflow Automation für: automatisierte Alarm-Eskalation, digitale Genehmigungsprozesse (Change Control, Arbeitsfreigabe), automatisierte Berichtserstellung und -verteilung, Wartungsauftragsgenerierung aus Predictive-Maintenance-Alarmen sowie papierlose Fertigungsabläufe (Paperless Manufacturing) eingesetzt. Plattformen sind BPMN-basierte Tools, Low-Code-Plattformen oder MES-integrierte Workflowmodule.


Die cts Group implementiert Workflow-Automation-Lösungen als Teil von MES-, Paperless- und Digitalisierungsprojekten – für effizientere, auditierbare und fehlerreduzierte operative Abläufe in der Produktion.


Siehe auch: Paperless Processes, MES, Change Control, Arbeitsfreigabe, Audit Trail

XML (Extensible Markup Language) ist ein hierarchisches, textbasiertes Datenformat für den strukturierten Austausch und die Speicherung von Daten – sowohl für Menschen lesbar als auch maschinell verarbeitbar. XML ist seit Jahrzehnten ein Standard für den Datenaustausch in Unternehmens- und Industrieanwendungen.


In der Automatisierungstechnik spielt XML eine wichtige Rolle: ISA-88 

Rezeptbeschreibungen, MTP (Module Type Package) nach VDI/VDE 2658, AutomationML für den Engineering-Datenaustausch, B2MML (ISA-95 Business-to-Manufacturing Markup Language) sowie Konfigurationsdateien vieler Historian- und SCADA-Systeme basieren auf XML. Es wird zunehmend durch kompaktere Formate (JSON, Protobuf) ergänzt, bleibt aber im Industriekontext etabliert.


Die cts Group nutzt XML in Engineering- und Integrationsprojekten – insbesondere für den standardisierten Datenaustausch zwischen Automatisierungssystemen, MES- und ERP-Plattformen.


Siehe auch: JSON, REST-API, MTP (Module Type Package), ISA-95, Schnittstellen-Management

Yield Optimization (Ausbeuteoptimierung) bezeichnet die systematische Maximierung der Produktausbeute – also des Anteils an qualitätskonformem Endprodukt bezogen auf die eingesetzten Rohstoffe und die theoretisch mögliche Produktion. Sie ist eines der wirtschaftlich bedeutendsten Optimierungsziele in der Prozess- und Fertigungsindustrie.


Yield Optimization wird durch eine Kombination aus: präziser Prozessregelung (APC), statistischer Prozesskontrolle (SPC), Qualitätsdatenanalyse, Advanced Analytics und KI-basierten Optimierungsmodellen erreicht. Grundlage sind historisierte Prozess- und Qualitätsdaten, die Zusammenhänge zwischen Prozessparametern und Ausbeutekennzahlen aufzeigen.


Die cts Group realisiert Yield-Optimization-Projekte in der Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie – als Verbindung aus Prozess-Know-how, Automatisierungstechnik und datengetriebener Optimierung durch Advanced Analytics und APC.


Siehe auch: APC (Advanced Process Control), Advanced Analytics, KI-gestützte Prozessoptimierung, OEE, ROI


Zero Downtime Strategy bezeichnet eine Betriebsstrategie, die darauf abzielt, ungeplante Produktionsstillstände vollständig zu vermeiden und geplante Wartungsarbeiten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren – ohne die Produktionskontinuität zu unterbrechen. Sie ist insbesondere in Branchen mit sehr hohen Stillstandskosten (Chemie, Pharma, Energie, Öl & Gas) ein strategisches Ziel.


Die Grundlagen einer Zero Downtime Strategy sind: Predictive Maintenance (Früherkennung von Defekten), redundante Systemarchitekturen (Ausfallsicherheit), strukturiertes Asset Management (geplante Ersatzteilhaltung), schnelle Entstörsysteme sowie laufende Online-Modernisierungen (Retrofit ohne Stillstand). Sie erfordert eine enge Verzahnung von Automatisierungstechnik, Dateninfrastruktur und Wartungsorganisation.


Die cts Group unterstützt Betreiber bei der Umsetzung von Zero-Downtime-Konzepten – von der Redundanzarchitektur in Automatisierungssystemen und Netzwerken über Predictive-Maintenance-Lösungen bis zum strukturierten Wartungsmanagement und Service & After Sales.


Siehe auch: Predictive Maintenance, Ausfallsicherheit (Redundanz), Asset Management, Wartungsmanagement, ROI

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