Die Wahl der richtigen Füllstandsmessmethode in der Verfahrenstechnik ist keine einfache Aufgabe. Unterschiedliche Anforderungen – ob chemische Beständigkeit, Prozessdruck, Temperaturschwankungen oder Bewegung im Medium – beeinflussen maßgeblich die Auswahl. Keine Methode ist universell perfekt, sondern die richtige Wahl hängt immer von den spezifischen Bedingungen der Anwendung ab. In diesem Beitrag beleuchten wir die wichtigsten Einflussfaktoren und erklären, welche Messprinzipien unter welchen Bedingungen optimal funktionieren.
Die richtige Wahl beginnt mit einer klaren Analyse der Rahmenbedingungen. Die folgenden Fragen helfen, die passende Messmethode zu identifizieren:
Erst nach der Beantwortung dieser Fragen kann die Entscheidung für ein bestimmtes Messverfahren sinnvoll getroffen werden.
Radar ist eine der meistgenutzten Methoden für Flüssigkeitsmessungen in verfahrenstechnischen Anlagen. Es gibt freistrahlende Radar-Sensoren und geführte Radar-Systeme.
Geeignet für:
Zu beachten:
Das Differenzdruckprinzip nutzt den hydrostatischen Druck, um die Füllhöhe zu bestimmen. Es eignet sich besonders für atmosphärische Tanks oder Behälter mit gleichbleibender Dichte.
Geeignet für:
Zu beachten:
Kapazitive Sensoren messen die Änderung der elektrischen Kapazität zwischen einer Sonde und der Behälterwand. Sie sind besonders vorteilhaft für hochviskose oder pastöse Medien.
Geeignet für:
Zu beachten:
Statt den Füllstand direkt zu messen, erfassen Wiegezellen das Gesamtgewicht des Behälters und errechnen daraus die Füllhöhe.
Geeignet für:
Zu beachten:
Moderne optische Sensoren und Laser-basierte Systeme messen den Füllstand kontaktlos und mit hoher Präzision. Sie sind jedoch stark von Umgebungsbedingungen abhängig.
Geeignet für:
Zu beachten:
Wenn alle anderen Methoden versagen, kann radiometrische Messtechnik eingesetzt werden. Hierbei wird Gammastrahlung genutzt, um den Füllstand zu bestimmen.
Geeignet für:
Zu beachten:
Schritt 1: Medienanalyse
Physikalische und chemische Eigenschaften bestimmen
Schritt 2: Prozessbedingungen prüfen
Druck, Temperatur, Rührwerke und Hygieneanforderungen
Schritt 3: Messgenauigkeit festlegen
Hochpräzise oder grobe Überwachung?
Schritt 4: Wartungsaufwand bewerten
Langfristige Betriebskosten einbeziehen
Schritt 5: Technische Machbarkeit klären
Einbau, Sensorpositionierung und Datenanbindung berücksichtigen
Jede Messmethode hat ihre Stärken und Schwächen – eine fundierte Analyse der Anforderungen ist der Schlüssel zur optimalen Auswahl.
Die Wahl der richtigen Füllstandsmessung erfordert technisches Know-how und eine tiefgehende Prozessanalyse. Während Radar- und Differenzdruckmessungen universell einsetzbar sind, bieten kapazitive oder optische Verfahren spezifische Vorteile für besondere Medien. Die optimale Lösung hängt immer von den Prozessbedingungen, der Messgenauigkeit und den Wartungsanforderungen ab.
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